Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 17 Prozent auf 2.563 Fälle gestiegen, wie die „Rheinische Post“ (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion berichtete.

In den beiden Vorjahren 2023 und 2024 hatte die Polizei jeweils knapp 2.200 solcher Straftaten erfasst. Demnach kam es 2025 zu insgesamt 2563 Straftaten gegen Obdachlose. Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und wurden dem Evangelischen Pressedienst (epd) sowie der „Rheinischen Post“ vom Bundesinnenministerium übermittelt.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow, Sprecherin für Soziales Wohnen, warnte vor einer dramatischen Entwicklung. „Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Die mehr als 2500 polizeilich erfassten Straftaten bildeten dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden ist von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.