Berlin, 02 Juni 2026

Im Jahr 2025 ist die Armutsquote in Deutschland nach Berechnungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands auf einen neuen Rekordwert von 16,1 Prozent gestiegen, womit rund 13,3 Millionen Menschen als einkommensarm gelten.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband spricht in seinem aktuellen Bericht von "einen traurigen Rekord": Nie zuvor seien so viele Menschen in Deutschland von Armut betroffen gewesen. Demnach lebten 13,3 Millionen Menschen hierzulande in Armut – betrachtet man allein die relative Einkommensarmut. Die Quote stieg demnach um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr 2024. Der Verband wertet die Entwicklung als "eine negative Trendwende", nachdem die Armutsquoten zwischen 2020 und 2023 noch gesunken waren.

Definition und Datengrundlage

Bereits im Februar hatte das Statistische Bundesamt vergleichbare Armutszahlen veröffentlicht. Die zentrale Messgröße ist die sogenannte relative Einkommensarmut, die auf einer EU-Definition beruht: Als arm gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Für einen Einpersonenhaushalt lag die Schwelle demnach bei 1.446 Euro netto im Monat, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro netto im Monat.