Yad Vashem, die israelische Holocaust-Gedenkstätte, hat am 28. Mai 2026 die Gründung von Bildungszentren in München und Leipzig bekannt gegeben – die ersten Standorte der Institution außerhalb Israels.

Der Vorsitzende der Yad-Vashem-Direktion, Dani Dayan, erklärte, dass München aufgrund seiner strategisch günstigen Lage und seiner Bildungslandschaft ausgewählt wurde, was die Stadt zu einem idealen Standort für die Holocaust-Bildung mache. Dayan betonte zudem die tiefe symbolische Bedeutung: „The choice of Munich, the birthplace of the Nazi Party, carries deep symbolic significance and reflects the importance of confronting this history where it began.“

Leipzig: Ein Standort mit Geschichte

In Leipzig wird eine Zweigstelle im bestehenden Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße 14 eingerichtet. Das Gebäude, das 1931 als jüdisches Altenheim eröffnet wurde, hat eine wechselvolle Geschichte: 1942 wurden mehr als 100 Bewohner und Angestellte in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Nach dem Krieg diente es verschiedenen Besatzungsmächten, bevor die jüdische Gemeinde 1946 das Eigentum zurückerhielt und es bis 1997 erneut als Altenheim betrieb.