Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat am Freitag beim Landesgericht Innsbruck eine weitere Anklage gegen den Immobilieninvestor René Benko eingebracht, die ihm schweren Betrug und betrügerische Krida im Zusammenhang mit dem Signa-Komplex zur Last legt.

Anklagepunkte im Detail

Die Anklageschrift wurde nach Genehmigung eines entsprechenden Vorhabensberichts durch die Oberstaatsanwaltschaft Wien und das Bundesministerium für Justiz nach Befassung des Weisungsrats eingebracht. Sie umfasst zwei zentrale Vorwürfe: einen schweren Betrug zum Nachteil der Haselsteiner Familien-Privatstiftung in Höhe von rund fünf Millionen Euro sowie eine betrügerische Krida im Zuge seiner persönlichen Insolvenz als Einzelunternehmer.

Im Kern des ersten Vorwurfs steht eine angeblich wahrheitswidrige Garantieerklärung. Benko soll damit Vertretungsbefugte der Haselsteiner Familien-Privatstiftung dazu gebracht haben, rund 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding GmbH zu überweisen. In der Garantieerklärung soll Benko die Rückzahlung von insgesamt rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 zugesagt haben – eine Zusage, die nie eingelöst wurde. Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung wurde dadurch laut Anklage um den gesamten Betrag geschädigt. Im Gegenzug sollen die Signa Holding GmbH und eine weitere Gesellschaft unrechtmäßig bereichert worden sein.