Der Wiener Genetiker Matthias Wielscher hat einen neu geschaffenen, erstmals vergebenen Forschungspreis erhalten, um mit einem vierjährigen Projekt die Genetik der neuroimmunologischen Krankheit ME/CFS an der Medizinischen Universität Wien zu untersuchen.

Mit den Mitteln des erstmals vergebenen Preises startet Matthias Wielscher von der Medizinischen Universität (Meduni) Wien ein auf vier Jahre angelegtes Forschungsprojekt zur Erkrankung ME/CFS, wie aus einer Aussendung hervorgeht. Der Preis wurde durch eine private Spende der WE&ME Foundation an die alpha+ Foundation des Wissenschaftsfonds FWF ermöglicht. Hinter der WE&ME Foundation steht die Familie der Bäckerei "Ströck", die persönlich von ME/CFS betroffen ist.

Komplexe Krankheit mit hoher Belastung

ME/CFS steht für Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome und gilt als eine sogenannte komplexe Erkrankung, bei der viele unterschiedliche Mutationen gemeinsam zum Erscheinungsbild beitragen. Die Krankheit ist neuroimmunologisch und äußert sich vor allem durch schwere Erschöpfung, Schmerzen, Schlafstörungen und eine sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM), also eine deutliche Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Belastung. In besonders schweren Fällen kann ME/CFS zur Arbeitsunfähigkeit führen.