Die Wiener Festwochen haben am Samstagabend die für den 7. Juni geplante Diskussionsveranstaltung mit dem deutsch-amerikanischen Tech-Milliardär Peter Thiel abgesagt, nachdem es wochenlang wachsende Kritik und Boykottdrohungen von Festivalteilnehmern gegeben hatte.

Festivalintendant Milo Rau und Geschäftsführerin Artemis Vakianis hätten die Entscheidung gemeinsam getroffen, teilte das Festival mit. Rau erklärte, er habe sich in seiner Rolle als Kurator und Moderator des Thiel-Abends „selbst gecancelt“. Die Absage erfolgte, nachdem sich eine Boykottbewegung unter den Mitwirkenden formiert hatte, ausgelöst durch den Rückzug des französischen Soziologen Geoffroy de Lagasnerie.

Rau, der die Einladung an Thiel seit dem vergangenen Herbst vorbereitet hatte, verteidigte das ursprüngliche Vorhaben. „Hielte es für demokratiepolitisch relevant“, sagte er wörtlich. Thiel habe einem strukturierten, kontextualisierten Debattenformat zugestimmt – es wäre das erste Mal gewesen, dass er sich einem solchen öffentlichen Forum stellt, statt im Privaten zu agieren.