Wetterumschwung: DWD warnt vor schweren Gewittern am | finanz360
Wetterumschwung am Wochenende: Unwetterartige Gewitter mit Hagel und Starkregen erwartet
Offenbach, 29. Mai 2026
AI-generated image (flux-2/pro-text-to-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einem grundlegenden Wetterumschwung am Wochenende. Von Freitag an ziehen teils unwetterartige Gewitter mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen über Deutschland hinweg.
Mit dem Ende der ersten Hitzewelle des Jahres stellen sich die Wetterverhältnisse in Deutschland grundlegend um, und der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab Freitagnachmittag vor teils schweren Gewittern.
„Die Wetterlage stellt sich grundlegend um“, erklärte DWD-Meteorologe Markus Übel. Tiefdruckgebiete übernehmen und beenden das bislang ruhige Hochdruckwetter. „Es stehen uns die ersten größeren Gewittertage ins Haus, an denen auch unwetterartige Gewitter mit von der Partie sein werden“, so Übel weiter.
Freitag: Gewitterstart im Westen und Nordwesten
Am Freitagnachmittag und -abend beginnen die Gewitter im Westen und Nordwesten Deutschlands. Betroffen ist vor allem ein Streifen vom Emsland über das südliche Niedersachsen bis nach Nordrhein-Westfalen. Die Unwettereffekte sind zwar nicht flächendeckend zu erwarten, sollten dort aber besonders beachtet werden.
„Zum Teil können diese unwetterartig ausfallen mit größerem Hagel um drei Zentimeter Durchmesser, Starkregen und zum Teil schweren Sturmböen“, warnte Übel. Der hr-Meteorologe Stefan Laps ergänzte mit Blick auf die Region Hessen: „Es kann stellenweise heftig zur Sache gehen.“
Die schweren Sturmböen bergen erhebliche Gefahren. „Bei schweren Sturmböen können größere Äste von Bäumen fallen, teils auch Bäume umstürzen und Gegenstände umherfliegen“, hieß es vom DWD. Auch für Badende an Seen stellen die Gewitter und herabfallende Äste eine Gefahr dar.
In der Nacht zum Samstag ziehen die Gewitter in die Mitte und den Osten Deutschlands weiter und schwächen sich dabei allmählich ab. Der Samstag bringt dann eine Zweiteilung des Wettergeschehens.
Samstag: Zweigeteiltes Wetter mit Gewitterlinie in der Mitte
Während im Norden kühlere und trockenere Luft einfließt und dort neben Quellwolken häufiger die Sonne bei 20 bis 25 Grad scheint, bleibt es im Süden freundlicher mit nur vereinzelten Hitzegewittern und Temperaturen von 28 bis 33 Grad. „Der Norden ist am Samstag außen vor im Laufe des Tages“, sagte Stefan Laps.
Eine Gewitterlinie erstreckt sich am Samstag von der Eifel über Hessen und das südliche Thüringen bis zu den östlichen bayerischen Mittelgebirgen. Dort kommt es zu Schauern und teils kräftigen Gewittern mit lokal heftigem Starkregen. Die Sturmgefahr ist dabei geringer als am Freitag im Westen, dafür kann es punktuell heftigen Starkregen geben.
Der Sonntag wird nach Angaben von DWD-Meteorologe Übel ein weiterer Gewittertag. Bereits am Morgen treten im Westen erste Schauer und Gewitter auf, die sich im Tagesverlauf auf den gesamten Süden und die Mitte des Landes ausbreiten.
Sonntag: Nächster Gewittertag mit Unwetterpotenzial
In der schwülwarmen Luft mit Temperaturen von 25 bis 30 Grad vor den Gewittern besteht ein erhöhtes Unwetterpotenzial. „In der schwülwarmen Luft kann es bei den Gewittern heftig schütten, mit der Gefahr lokaler Überschwemmungen und vollgelaufener Keller. Die Gewitter können zudem auch mit Hagel und Sturmböen begleitet sein“, warnte Übel.
Erst am Sonntagnachmittag und -abend beruhigt sich das Wetter im Westen allmählich. Im Norden Deutschlands bleibt es auch am Sonntag ruhiger und mit 19 bis 25 Grad weniger warm, dafür gibt es dort mehr Sonnenschein.
MDR-Wetterexpertin Susanne Langhans betonte die begrenzte Vorhersagbarkeit solcher konvektiver Ereignisse: „Gewitter lassen sich oft erst kurzfristig mit Blick auf Zeitpunkt und Ort präzise vorhersagen.“ Auch Stefan Laps wies darauf hin, dass es sich um ein typisches Gewitterphänomen handele: „Es wird nicht jeden treffen.“ Eine Stadt könne von Hagel und Gewitter getroffen werden, während die Nachbarstadt verschont bleibe.
Warnsystem des DWD: Vier Stufen bis zur Lebensgefahr
Der DWD verwendet ein vierstufiges Warnsystem. Die Stufen 1 (gelb) und 2 (orange) kennzeichnen markantes, aber nicht ungewöhnliches Wetter. Erst die Stufen 3 (rot) und 4 (violett) sind tatsächliche Unwetterwarnungen. „Nur die Stufen 3 und 4 sind tatsächliche Unwetterwarnungen und gehen immer mit einer potenziellen Lebensgefahr einher“, so die offizielle Definition des DWD.
Bei Stufe 3 sind flächendeckende Schäden möglich, der Aufenthalt im Freien sollte vermieden werden. Stufe 4 bedeutet extremes Unwetter mit Gefahr für Leib und Leben; Menschen sollen sich in Gebäuden aufhalten und den Anweisungen der Behörden folgen.
Angesichts der bevorstehenden Gewitter raten die Experten zu Vorsichtsmaßnahmen. Balkon- und Terrassenmöbel sowie Pflanzen sollten frühzeitig gesichert werden. Autos sollten nicht unter Bäumen geparkt werden, da herabfallende Äste oder umstürzende Bäume eine Gefahr darstellen. Zudem kann Aquaplaning auftreten.
Schutzmaßnahmen und Verhaltenstipps
Hagelkörner können eine Größe von zwei bis vier Zentimetern erreichen. Stefan Laps warnte, dass solche Hagelkörner mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h auf dem Boden aufschlagen können. Sie stellen nicht nur eine Gefahr für Dächer und Autolacke dar, sondern auch für Leib und Leben.
Um sich rechtzeitig vor nahenden Unwettern zu schützen, empfehlen die Meteorologen, regelmäßig den Himmel zu beobachten. „Auf jeden Fall in den Himmel gucken“, riet Stefan Laps, um zu erkennen, wann dunkle Wolken aufziehen. Zudem sollten Wetter-Apps und die amtlichen Unwetterwarnungen des DWD regelmäßig geprüft werden.
Der DWD veröffentlicht täglich am Morgen eine „Wochenvorhersage Wettergefahren“, die einen Überblick über die erwarteten Wetterbedingungen der kommenden Woche gibt und auf mögliche Risiken hinweist. Zusätzlich erscheint fünfmal täglich ein „Warnlagenbericht“, der mögliche Wettergefahren der nächsten 24 Stunden abdeckt.
Radarbilder und Wetter-Apps können herannahende Gewitterzellen nahezu in Echtzeit anzeigen. Susanne Langhans unterstrich die Notwendigkeit von Alternativplänen: „Für viele Aktivitäten im Freien bedeutet das: Ein Plan B ist unverzichtbar.“
Ausblick: Wetterberuhigung zum Wochenstart
Zum Start in die neue Woche ziehen am Montag von der Früh an Wolkenfelder und Schauer über das Land. Zwischen den Wolken und Schauern zeigt sich zeitweise die Sonne. Am Nachmittag stabilisiert sich das Wetter langsam von Westen her. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 und 27 Grad, mit den höchsten Werten im Süden.
Am Dienstag bestimmen hoher Luftdruck und eine südwestliche Höhenströmung das Wetter. Der Morgen beginnt verbreitet sonnig, in inneralpinen Regionen können jedoch Hochnebelfelder auftreten. Am Nachmittag bilden sich im Westen und Südwesten zunehmend Schauer und Gewitter, die bis zum Abend die Landesmitte erreichen. Der Norden und Osten bleiben vorerst trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 und 27 Grad.
Fragen & Antworten
Was genau hat DWD-Meteorologe Markus Übel zum Wetterumschwung gesagt?
Markus Übel erklärte, dass sich die Wetterlage grundlegend umstellt und die ersten größeren Gewittertage mit teils unwetterartigen Gewittern bevorstehen.
Welche Regionen sind am Freitag besonders von schweren Gewittern betroffen?
Besonders betroffen ist ein Streifen vom Emsland über das südliche Niedersachsen bis nach Nordrhein-Westfalen, wo die Gewitter unwetterartig mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen ausfallen können.
Was bedeuten die Warnstufen 3 und 4 des Deutschen Wetterdienstes?
Die Stufen 3 (rot) und 4 (violett) sind amtliche Unwetterwarnungen, die immer mit einer potenziellen Lebensgefahr einhergehen; bei Stufe 4 sollen Menschen sich in Gebäuden aufhalten und den Anweisungen der Behörden folgen.