Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien haben wehrpolitische Verbände, die Industriellenvereinigung und das Rote Kreuz am Montag die Bundesregierung scharf für die anhaltende Blockade bei der Wehrpflichtreform kritisiert und eine sofortige Umsetzung des Modells „Österreich plus“ gefordert.
Der Vorsitzende der Wehrdienstkommission, Erwin Hameseder, fand deutliche Worte für den politischen Stillstand. „Die Ignoranz gegenüber geopolitischen Realitäten und Entwicklungen ist nicht mehr zu akzeptieren und zu dulden“, sagte Hameseder. Die veränderte Bedrohungslage in Europa erlaube keinen weiteren Aufschub.
Hameseder betonte, dass die Kommission nach 2.700 Arbeitsstunden ein ausgewogenes Modell vorgelegt habe. Nun andere Varianten ins Spiel zu bringen, sei reines „Rosinenpicken“. Er spielte damit auf den am Sonntag von der SPÖ präsentierten Vorschlag eines „6+2“-Modells an, das statt einer Verlängerung des Grundwehrdienstes lediglich verpflichtende Milizübungen von zwei Monaten vorsieht.
