Die äthiopische Wahlkommission hat die regierende Wohlstandspartei PP von Ministerpräsident Abiy Ahmed am Sonntagabend zum Sieger der Parlamentswahl vom 1. Juni erklärt und ihm damit eine weitere fünfjährige Amtszeit gesichert.

Nach Auszählung aller Stimmen sicherte sich die Prosperity Party 438 von 501 Mandaten, wie die Nationale Wahlbehörde mitteilte. Damit steht der 50-jährige Abiy Ahmed, der das Amt des Regierungschefs seit April 2018 innehat, vor einer weiteren fünfjährigen Amtsperiode. Die Wahlkommission sprach generell von einem erfolgreichen Urnengang. Insgesamt waren 54 Millionen Wahlberechtigte registriert; nach Angaben der Behörde lag die Beteiligung an der Abstimmung vom 1. Juni bei 94 Prozent, womit sich rund 40 Millionen Menschen an der Parlamentswahl beteiligten.

Hohe Beteiligung trotz Lücken

Allerdings fand die Abstimmung nicht flächendeckend statt. Laut Wahlkommission fand der Urnengang in 501 der 547 Wahlkreise statt. In der an Eritrea grenzenden nördlichen Konfliktregion Tigray war nicht gewählt worden; bereits bei der vergangenen Wahl im Jahr 2021 war die Region ausgeschlossen gewesen. Auch in den Regionen Amhara und Oromia kam es zu erheblichen Störungen. Der Behörde zufolge waren 143 Wahllokale am Wahltag aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet worden. An mehreren Orten in den Regionen Amhara und Oromia, wo bewaffnete Gruppen zum Teil mit Straßenblockaden eine Wahl verhindert hatten, wurde die Stimmabgabe unterbrochen.