Das Bundesamt für Verfassungsschutz prüft einen möglichen russischen Hintergrund des Waffenfunds nahe Bellheim in Rheinland-Pfalz, bei dem vor rund zwei Jahren Sprengstoff und Handgranaten in der Nähe einer NATO-Pipeline entdeckt worden waren.
Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat das Bundesamt für Verfassungsschutz in den vergangenen Monaten verdeckt ermittelt, um den Ursprung des Materials zu klären. Im Fokus steht demnach der Verdacht, dass russische Geheimdienste das Depot angelegt haben könnten, um es im Fall einer sicherheitspolitischen Krise in Europa zu aktivieren. Einzelne Indizien wiesen laut den Recherchen der Sender in Richtung Moskau, ohne dass bisher öffentlich gemacht wurde, worauf sich der konkrete Verdacht stützt.
Die Funde waren zufällig bei Bauarbeiten in der Verbandsgemeinde Bellheim gemacht worden. Arbeiter stießen auf professionell verpackte Sprengstoffe und Handgranaten, die wenige Meter unter der Erde vergraben waren. Der Lagerort lag in unmittelbarer Nähe einer Pipeline, die zur Versorgung der NATO-Streitkräfte mit Kraftstoff dient. Aufgrund der fachgerechten Verpackung und der gezielten Platzierung gehen die Ermittler davon aus, dass das Depot bewusst angelegt und über längere Zeit unentdeckt bleiben sollte.
