USA fliegt vierte Angriffswelle auf Iran – Revolutionsgarden erklären Straße von Hormus für gesperrt
Berlin, 13. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Die USA haben nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom eine vierte Angriffswelle auf Ziele im Iran gestartet, darunter Raketenstellungen, Luftabwehranlagen und Boote der Revolutionsgarden. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus daraufhin bis auf Weiteres für gesperrt.
Die USA haben am Sonntag eine weitere Angriffswelle auf Ziele im Iran geflogen, während die iranischen Revolutionsgarden als Reaktion die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt als gesperrt erklärten.
Die US-Streitkräfte haben am Sonntag nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom begannen die Angriffe um 17 Uhr ET (23 Uhr deutscher Zeit) mit weiteren Attacken auf Ziele im Iran. Damit handelt es sich bereits um die vierte Angriffswelle der USA seit dem Wiederaufflammen der Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch.
Das iranische Staatsfernsehen berichtete unterdessen von mehreren Explosionen in der Nähe der Stadt Sirik sowie westlich von Bandar Abbas. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna sprach von "feindlichen Angriffen" in Bandar Abbas, wo am Abend in einigen Stadtteilen aufeinanderfolgende Explosionen zu hören gewesen seien. Bei den betroffenen Gebieten handele es sich um Militäreinrichtungen, schrieb Irna. Der Vorfall werde untersucht.
Explosionen in Bandar Abbas und Sirik
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete über Detonationen in der Hafenstadt Bandar Abbas und unweit der Insel Gheschm im Persischen Golf. Die US-Medien "Wall Street Journal" und "New York Times" hatten zuvor unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichtet, dass die Angriffe sich gegen Raketenstellungen und Anlagen zur Luftabwehr gerichtet hätten. Zudem seien Boote der Iranischen Revolutionsgarden angegriffen worden.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die Meerenge als Reaktion auf die Angriffe für gesperrt. Die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus bleibe "bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt". Zudem teilten die Revolutionsgarden mit, die Wasserstraße sei nach einem Zwischenfall bis auf Weiteres wieder gesperrt.
Revolutionsgarden erklären Meerenge für gesperrt
Die US-Armee wies diese Erklärung umgehend zurück. "Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt", erklärte Centcom. US-Präsident Donald Trump erklärte ebenfalls, die Straße von Hormus sei offen. Die USA fordern unter anderem, dass die Straße von Hormus offen bleibt.
Die Angriffe am Sonntag folgten nach Angaben des US-Militärs auf einen Angriff der iranischen Revolutionsgarden auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten. Damit hat sich die Spirale der Gewalt zwischen beiden Ländern weiter zugespitzt.
Iran verurteilt Angriffe und spricht von gescheiterten Diplomatie
Das iranische Außenministerium verurteilte die jüngsten Angriffe über Nacht scharf. Es erklärte, diese hätten "alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichte gemacht". Zudem habe die USA eine Rückkehr der Unsicherheit in der Straße von Hormus sowie Störungen der internationalen Handelsschifffahrt verursacht, hieß es aus Teheran.
Nach der Trauerfeier für seinen getöteten Vater droht Irans oberster Führer Mojtaba Chamenei mit Rache. Die Situation in der Region bleibt damit äußerst angespannt. US-Präsident Trump zeigt derweil Gesprächsbereitschaft, warnt aber auch vor neuen Angriffen.
UN-Generalsekretär António Guterres teilte auf der Plattform X mit, er sei zutiefst besorgt über die "erhebliche Eskalation". Eine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen hätte katastrophale Folgen für die Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft, warnte Guterres. Ein vollständiges Wiederaufflammen des Kriegs könne katastrophale Konsequenzen haben, so der UN-Generalsekretär weiter.
UN-Generalsekretär warnt vor katastrophalen Folgen
Guterres rief Iran und die USA nachdrücklich auf, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu lösen. Diese Forderung nach einer diplomatischen Lösung steht im Kontrast zu der fortgesetzten militärischen Gewalt auf beiden Seiten.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt. Ein großer Teil des internationalen Ölhandels wird durch diese Meerenge abgewickelt. Eine längerfristige Sperrung oder auch nur erhebliche Störungen des Schiffsverkehrs hätten weitreichende Folgen für die globalen Energiepreise und die Weltwirtschaft.
Straße von Hormus als strategischer Brennpunkt
Nach Angaben palästinensischer Berichte wurden bei israelischen Angriffen im Gazastreifen mindestens fünf Menschen getötet. Dies zeigt, dass sich die Spannungen in der gesamten Region weiter verschärfen. Die Lage im Nahen und Mittleren Osten bleibt hochgradig instabil.
Centcom erklärte als Ziel der Angriffe, dass Iran in seiner Fähigkeit eingeschränkt werden solle, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren. Die US-Streitkräfte hatten bereits in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele in Iran angegriffen.
Zuletzt hatten die USA Angriffe auf Ziele entlang der iranischen Südküste und auf der Insel Gheschm im Persischen Golf geflogen. Die US-Medien hatten zuvor bereits von US-Angriffen auf Ziele im Iran berichtet. Die vierte Angriffswelle markiert eine weitere deutliche Verschärfung des Konflikts.
Zuspitzung der Lage im Persischen Golf
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge. Die Kombination aus militärischen Angriffen, der Sperrung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt und dem gegenseitigen Vergeltungsrhythmus lässt befürchten, dass sich die Krise weiter zuspitzt. Der Iran hat nach den US-Angriffen in der vergangenen Nacht erneut Explosionen an der Südküste gemeldet.
Diplomatische Kanäle scheinen unterdessen weitgehend blockiert. Die USA und Iran haben sich in den letzten Tagen gegenseitig die Schuld an der Eskalation gegeben. Die Frage, ob es noch eine Chance auf Verhandlungen gibt, bleibt vorerst offen. Guterres' Appell zur Wiederaufnahme des Dialogs verhallt bislang ohne konkretes Echo.
Die Entwicklungen in der Region haben das Potenzial, die Weltwirtschaft erheblich zu beeinträchtigen. Steigende Energiepreise, Unsicherheiten im internationalen Handel und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Konflikts auf andere Länder der Region sind nur einige der möglichen Folgen.
Diese Nachricht wurde am 13.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Situation bleibt dynamisch und weitere Entwicklungen sind kurzfristig zu erwarten.
Fragen & Antworten
Wer ist Mojtaba Chamenei und welche Rolle spielt er in der aktuellen Krise?
Mojtaba Chamenei wird in den vorliegenden Berichten als Irans oberster Führer bezeichnet, der nach der Trauerfeier für seinen getöteten Vater mit Rache drohte. Seine genaue Position und sein Verhältnis zum vorherigen obersten Führer werden in den vorliegenden Fakten nicht weiter ausgeführt.
Warum hat die iranische Revolutionsgarde die Straße von Hormus für gesperrt erklärt?
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die Straße von Hormus nach den US-Angriffen bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in der Region für gesperrt. Dies geschah als Reaktion auf die US-Luftschläge auf iranische Ziele.
Welche Ziele haben die USA bei der vierten Angriffswelle angegriffen?
Nach Berichten des Wall Street Journal und der New York Times unter Berufung auf US-Regierungsbeamte richteten sich die Angriffe gegen Raketenstellungen und Anlagen zur Luftabwehr im Iran. Zudem seien Boote der iranischen Revolutionsgarden angegriffen worden.
USA vierte Angriffswelle Iran Straße von Hormus | finanz360