US-Börsen schließen im Plus: Schnäppchenjäger treiben Nasdaq-Erholung voran
New York, 30. Juni 2026
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Kurzfassung
Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Dienstag zugelegt. Die Erholung an der Nasdaq wurde vor allem von Schnäppchenjägern getragen, die nach dem Rücksetzer der Vortage wieder zugreifen. Zudem stützten Spekulationen über ein mögliches US-Importverbot für chinesische Wechselrichter den Solarsektor.
Die US-Börsen haben am Dienstag den letzten Handelstag des ersten Halbjahres mit Gewinnen abgeschlossen, wobei der Nasdaq Composite nach dem Rücksetzer vom Montag deutlich zulegte und die Schnäppchenjäger zurück an den Markt lockte.
Indizes schließen mit Gewinnen
Der Nasdaq Composite stieg am Dienstag um 1,52 Prozent auf 26.213,72 Punkte, nachdem er am Montag bereits Erholungsgewinne von zwei Prozent verbucht hatte. Auf Monatsbasis bedeutet das allerdings noch ein Minus. Seit Jahresbeginn steht aber ein Plus von fast 13 Prozent zu Buche. Der Dow Jones Industrial gewann am Dienstag 0,26 Prozent auf 52.319,20 Punkte, und der S&P 500 legte um 0,79 Prozent auf 7.499,36 Punkte zu.
Bereits zur Mittagszeit in New York hatte der Dow Jones Index 0,2 Prozent auf 52.305 Punkte zugelegt, der Nasdaq Composite 1,2 Prozent und der Nasdaq 100 bis zu 1,4 Prozent. Der S&P 500 stand mittags 0,6 Prozent im Plus. Es war der letzte Handelstag des ersten Halbjahres, was für den S&P 500 ein Plus von 9,6 Prozent im Halbjahr bedeutet. Der marktbreite S&P 500 erlebte zugleich das beste Quartal seit sechs Jahren, was ebenfalls vor allem den in diesem Index enthaltenen Tech-Werten geschuldet ist.
Solarwerte im Aufwind
Als Treiber wurde auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hingewiesen, wonach in den Vereinigten Staaten ein Importverbot vor allem für chinesische Wechselrichter vorbereitet wird. Es herrsche Sorge, dass das Land diese Produkte nutzen könnte, um die Stromversorgung zu stören. So gewannen First Solar, Nextpower, SolarEdge und Fluence Energy zwischen knapp 1,4 und 7,7 Prozent.
Halbleiter und KI-Aktien treiben die Rally
Im Halbleitersegment profitierten Applied Materials und Lam Research, die im Zuge der zurückgekehrten Begeisterung für KI-Aktien auf Rekordhochs kletterten. Nvidia mit 2,6 Prozent. Damit war der KI-Chiphersteller drittstärkster Wert im Dow. Den zweiten Platz nahm die Apple-Aktie mit plus 2,7 Prozent ein. Arm Holdings erholten sich mit 3,2 Prozent. Zusätzlich zogen Broadcom um 1,0 Prozent, Intel um 6,6 Prozent, Nvidia um 1,7 Prozent, Micron um 0,7 Prozent und Marvell um 6,7 Prozent an. AMD stieg 6,9 Prozent und Arm 4,9 Prozent.
Apple im Fokus von Wettbewerbshütern und Gerichten
Apple verteuerte sich um 2,5 Prozent, obwohl die britische Wettbewerbsbehörde Maßnahmen gegen Beschränkungen von Apple und Google im Zahlungsverkehr ankündigte. Den Hintergrund bildet zudem, dass der Oberste Gerichtshof eine Berufung prüfen will, die sich gegen eine Entscheidung wegen Missachtung des Gerichts im langjährigen Kartellrechtsstreit mit dem Fortnite-Entwickler Epic Games richtet. Die Richter wollen die Urteile der Vorinstanzen überprüfen. Diesen zufolge hatte der iPhone-Hersteller vorsätzlich gegen eine Entscheidung aus dem Jahr 2021 verstoßen, die Entwicklergebühren für seinen lukrativen App-Store betraf.
Auch Sandisk, die erst in der vergangenen Woche eine Bestmarke erreicht hatten und dann zurückkommen waren, legten um knapp 11 Prozent zu. Damit ist das Rekordhoch wieder greifbar nah. Beim Industriegasekonzern Air Products sorgte der Ausstieg aus einem Alternative-Energien-Projekt für ein Plus von 8,0 Prozent.
Verlierer: Concentrix und Nike
Bei den Verlierern fiel Concentrix mit einem Minus von 16,4 Prozent auf, nachdem der Anbieter einer Kundenerlebnis-Plattform die Erwartungen an die Gewinne im zweiten Quartal verfehlte und einen schwachen Ausblick gab. Nike-Papiere gaben vor der nach Börsenschluss anstehenden Veröffentlichung der Ergebnisse zum vierten Quartal um 0,7 Prozent nach. Analysten von Jefferies merkten an, dass Nike bei der Prognose vorsichtig sein könnte, um dem neuen Finanzchef Raum zu geben, bei einem Investorentag langfristige Ziele zu setzen.
Die Alphabet-Aktie, Muttergesellschaft von Google, stieg um 0,9 Prozent und verteidigte damit die starken Vortagesgewinne, nachdem die Aktie in den Dow Jones Index aufgenommen worden war. AeroVironment verteuerte sich nach überraschend guten Quartalszahlen des Drohnen- und Verteidigungstechnologieanbieters um knapp 16 Prozent. GE Vernova legte 3,4 Prozent zu; das Unternehmen wird als Nutznießer der Nachfrage nach Rechenzentren gesehen.
Konjunkturdaten und Rohstoffe
Bei den Konjunkturdaten gab der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago im Vergleich zum Vormonat deutlich nach, schnitt aber besser ab als geschätzt und blieb klar im Expansionsbereich. Die Zahl der offenen Stellen in den USA (JOLTS) stieg im Mai leicht an.
An den Rohstoffmärkten notierte WTI/Nymex-Rohöl bei 69,81 Dollar, ein Minus von 1,3 Prozent, während Brent/ICE bei 73,05 Dollar notierte, 0,1 Prozent leichter. Brent-Rohöl lag mit etwa 73 Dollar pro Barrel rund zehn Dollar höher als vor dem Ausbruch des Krieges. Warren Patterson, Öl-Experte bei ING, sagte: „Wir glauben, dass der Markt nach unten übertrieben hat. Unsere Annahme ist, dass sich die Ölflüsse erst gegen Ende des dritten Quartals dem Vorkriegsniveau annähern werden, während das derzeitige Preisniveau eine Rückkehr zur Normalität bis Ende Juli impliziert.“
Geplante direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran fanden am Berichtstag nach einer erneuten Gewalt-Eskalation rund um die Straße von Hormus nicht statt. Treffen sind nun mit Vermittlern auf US-Seite geplant. Der Goldpreis stieg um 13 Dollar auf 4.029,74 Dollar pro Unze, Silber handelte bei 59,59 Dollar mit einem Plus von 2,2 Prozent, und Platin notierte bei 1.554,45 Dollar mit einem Minus von 1,3 Prozent. Analysten der MUFG erwarten, dass Gold kurzfristig weiter unter Druck bleibt: „Gold dürfte weiterhin kurzfristig unter Druck bleiben, weil nachgebende Energiepreise, ein widerstandsfähiger Dollar und die Erwartung längerfristig höherer Zinsen die Nachfrage nach zinslosen sicheren Häfen weiter reduzieren“.
Ausblick: Zinsen, Geopolitik und Unternehmensgewinne
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 3 Basispunkte auf 4,40 Prozent. Der Euro notierte bei 1,1415 Dollar, und Bitcoin wurde bei 58.367,68 Dollar gehandelt, ein Minus von 3,1 Prozent.
Für den Juni ergibt sich für den Dow Jones zwar ein Plus von 2,5 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf jedoch hat der bekannteste Wall-Street-Index mit einem Gewinn von 9 Prozent nicht einmal halb so stark zugelegt wie der Nasdaq 100, was für die ablaufenden drei Monate ein Plus von etwas mehr als 8 Prozent bedeutet. Finanzmarkt-Analyst Kyle Rodda vom Londoner Fintech-Unternehmen Capital.com sieht die weitere Richtung der Erholung an klare Rahmenbedingungen geknüpft: „Neben den geopolitischen Entwicklungen dürfte das vor allem vom US-Zinspfad und den Gewinnaussichten der Unternehmen abhängen“.
Fragen & Antworten
Welche Indizes legten am letzten Handelstag des Halbjahres zu?
Der Dow Jones Industrial stieg um 0,26 Prozent auf 52.319,20 Punkte, der S&P 500 um 0,79 Prozent auf 7.499,36 Punkte und der Nasdaq Composite um 1,52 Prozent auf 26.213,72 Punkte.
Welche Aktien gehörten zu den größten Gewinnern?
AeroVironment legte nach überraschend guten Quartalszahlen um knapp 16 Prozent zu, Sandisk gewann knapp 11 Prozent und Air Products stieg nach dem Ausstieg aus einem Alternative-Energien-Projekt um 8,0 Prozent.
Welche Faktoren könnten den weiteren Verlauf der Erholung bestimmen?
Laut Kyle Rodda von Capital.com hängt die weitere Richtung vor allem von geopolitischen Entwicklungen, dem US-Zinspfad und den Gewinnaussichten der Unternehmen ab.
US-Börsen Schluss: Dow, S&P 500 und Nasdaq legen zu | finanz360