Wegen des Niedrigwassers der Donau will Ungarn einen Block des Kernkraftwerks Paks vorübergehend vom Netz nehmen und hat große Unternehmen gebeten, ihren Stromverbrauch zwischen 17 und 22 Uhr freiwillig zu reduzieren.
Hintergrund: Paks als Rückgrat der Stromversorgung
Die ungarische Regierung reagiert mit der Maßnahme auf die angespannte Lage an der Donau, deren Pegel seit Wochen weit unter den saisonalen Durchschnittswerten liegt. Der Fluss versorgt das Kraftwerk Paks im Süden des Landes mit Kühlwasser; fällt der Wasserstand zu stark, kann die Kühlung der Reaktoren nicht mehr zuverlässig garantiert werden. Die Behörden werten die Situation als ernst, betonen aber, dass die Stromversorgung des Landes bislang stabil sei.
Ungarn ist beim Strom stark auf das einzige Kernkraftwerk des Landes angewiesen. Paks gilt als Rückgrat der nationalen Erzeugung, ein Ausfall auch nur eines Blocks wirkt sich spürbar auf die Kapazität aus. Mit der Bitte an Großverbraucher, in den Spitzenstunden am späten Nachmittag und Abend Verbrauch zu vermeiden, will die Regierung eine Überlastung des Netzes verhindern. Die Appelle richten sich unter anderem an Industrieanlagen und Bürokomplexe.
