UFC-Käfigkämpfe auf dem Südrasen des Weißen Hauses zu Trumps 80. Geburtstag
Washington, 14. Juni 2026
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Kurzfassung
Auf dem Südrasen des Weißen Hauses ließ US-Präsident Donald Trump an seinem 80. Geburtstag Käfigkämpfe der Profiliga UFC austragen. Eine Arena für mehr als 4.000 Zuschauer mit einer riesigen Kuppel wurde eigens errichtet, im nahegelegenen Ellipse-Park wurden mehr als 120.000 Besucher erwartet. Kritiker sprachen von einer Kommerzialisierung des Amtssitzes und klagten – bislang ohne Erfolg.
Anlässlich seines 80. Geburtstags hat US-Präsident Donald Trump auf dem Südrasen des Weißen Hauses einen Käfigkampf-Abend der Profi-Liga UFC ausrichten lassen, bei dem Kampfsportler in einer eigens errichteten Arena mit Platz für mehr als 4.000 Zuschauer gegeneinander antraten.
Eine Arena auf dem Südrasen
Die Kämpfe begannen am Sonntagabend um 20:00 Uhr Ortszeit (02:00 Uhr MESZ am Montag) und waren Teil einer Veranstaltungsreihe rund um den 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli. Auf dem Südrasen des Weißen Hauses wurde für die Veranstaltung ein Käfig im typischen Oktagon-Format aufgebaut, umgeben von Tribünen für mehr als 4.000 Zuschauer. Die Anlage war überspannt von einer riesigen Kuppel mit dem Namen „The Claw", durch die das Weißen Haus selbst klein wirken sollte.
Bei einem Fan-Fest im nah gelegenen Ellipse-Park werden zudem mehr als 120.000 Besucher erwartet. Das umliegende Straßennetz wurde aus Sicherheitsgründen großflächig gesperrt. Die UFC organisierte das Spektakel, an dem Spitzenkämpferinnen und Spitzenkämpfer des Mixed Martial Arts (MMA) teilnahmen. Anders als beim Wrestling sind UFC-Kämpfe nicht inszeniert: Häufig fließt Blut, Knochen können brechen, Kämpfer werden bisweilen bewusstlos geschlagen.
Die UFC ist eine Profiliga für Mixed Martial Arts, die Techniken aus Disziplinen wie Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu kombiniert. Präsident der Liga ist Dana White, der die Organisation vor 25 Jahren übernahm, als die Marke UFC zwei Millionen Dollar wert war. MMA erfreut sich in den USA vor allem bei Männern großer Beliebtheit; Trump hat als Zuschauer an mehreren Abenden teilgenommen und gilt als Fan und Freund des UFC-Chefs.
Kritik, Klage und Aktiengeschäft
Käfigkämpfe vor Weißem Haus – die Konstellation hatte Kritikerinnen und Kritiker im Vorfeld auf den Plan gerufen. Sie reichten eine Klage ein, mit dem Vorwurf, Trump gewähre dem UFC-Chef und seinem Unternehmen Zugang zum Weißen Haus, um dort eine private, gewinnorientierte Sportveranstaltung mit Werbe- und Branding-Möglichkeiten auszurichten. Das Gericht wies die Klage jedoch ab – unter anderem mit der Begründung, dass die Einwände zu spät eingebracht worden seien.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregten öffentlich einsehbare Transaktionsmeldungen des Präsidenten, denen zufolge Trump Ende März Aktien im Wert von bis zu 50.000 Dollar an TKO erwarb, der Muttergesellschaft der UFC. Kritiker sahen darin einen möglichen Interessenkonflikt. Die UFC soll für das Spektakel eigenen Angaben zufolge rund 60 Millionen Dollar ausgegeben haben.
Streaming-Deal und Kommentar
Übertragen wurde der Kampfabend exklusiv vom kostenpflichtigen Streamingdienst Paramount+, hinter dem die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison steht, der als Unterstützer Trumps bekannt ist. Kritiker warfen der Konstellation vor, sie solle neue Abonnenten für den Streamingdienst generieren. Der Podcaster Joe Rogan, der zahlreiche UFC-Kämpfe kommentiert, wurde nach eigenen Angaben von Trump mit dem Event-Motto „So America" zurückgewonnen und wird den Abend live begleiten.
Proteste und Gegenkonzert
Hintergrund der engen Verbindung zwischen Trump und der UFC ist eine lange persönliche Beziehung. Dana White unterstützte Trump bereits bei dessen erster Präsidentschaftskandidatur und stellte ihm im zurückliegenden Wahlkampf zahlreiche Influencer vor, darunter den Podcaster Joe Rogan. White hatte nach eigener Aussage zudem ein Interview Trumps mit Rogan organisiert, das Millionen Menschen erreichte. Frühe UFC-Kämpfe fanden nach Angaben des Berichts in einem von Trumps Kasinos statt und trugen dazu bei, dass sich der Sport zum Massenphänomen entwickelte.
Gegen das Spektakel formierte sich Protest. Die „No Kings"-Bewegung, die in den USA für Massendemonstrationen gegen Trumps Politik bekannt ist, organisierte Gegenveranstaltungen. Die Organisatoren riefen für dieses Mal allerdings nicht zu klassischen Straßendemos auf, sondern zu „Watch Parties" in Wohnzimmern, Gemeindezentren und Geschäften. Dort sollte gleichzeitig ein Konzert in New York verfolgt werden, das laut Veranstalter ein Bekenntnis zum ersten Verfassungszusatz – Meinungs-, Pressefreiheit und Versammlungsrecht – darstellt. Am Konzort treten unter anderem die Schauspielerinnen Jane Fonda, Bette Midler und Julia Roberts sowie die Musiker Rufus Wainwright und Patti Smith auf. Die Initiatoren formulierten, man wolle das Spektakel verfolgen, „während der Präsident versucht, das Land mit seinem UFC-Käfigkampf-Spektakel abzulenken".
Die Proteste stehen in einer Linie mit dem Vorjahr: An Trumps 79. Geburtstag hatten sich auf Initiative der „No Kings"-Bewegung Millionen Menschen an Demonstrationen beteiligt. Damals hatte Trump mit einer großen Militärparade mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Hubschraubern in Washington gefeiert, die ebenfalls auf scharfe Kritik gestoßen war. Anlass war damals der 250. Jahrestag der Gründung der US-Armee. Eine Umfrage der Yale-Universität ergab, dass rund 70 Prozent der Befragten unter 30 Jahren mit Trumps Präsidentschaft unzufrieden sind.
MMA in den USA und in Deutschland
Auch in der UFC-Anhängerschaft selbst regt sich Unmut. So berichten Medien unter Berufung auf Soziologen, dass Teile der UFC-Basis durch Trumps Umgang mit den Epstein-Akten und den Konflikt mit Iran enttäuscht worden seien. Der Podcaster Joe Rogan hatte in den vergangenen Monaten Trump zunehmend kritisiert und dessen Wähler als „Morons" bezeichnet. Zugleich sei das Verhältnis zwischen Trump und Teilen der UFC-Gemeinschaft komplex: Trump war erst kürzlich bei einem NBA-Finalspiel in der Halbzeitpause auf der Großleinwand ausgepfiffen worden, als die Nationalhymne lief.
Zur Einordnung der Szene verweist der Bericht auf den Sportsoziologen Kyle Green von der State University in Brockport, der sich selbst als UFC-Fan der ersten Stunde bezeichnet. Green sagt: „Die UFC ist eine Feier der Männlichkeit." Ein Teil der Geschichte der Männer sei oft gewesen, dass sie ihr Selbstvertrauen wiedergewinnen wollten, so Green weiter. Zugleich betont er, dass nicht alle UFC-Fans Republikaner seien; die Anhängerschaft neige aber im Vergleich zu anderen amerikanischen Sportarten eher dem rechten Spektrum zu und zeige Affinität zu Verschwörungstheorien. Bereits der verstorbene republikanische Senator John McCain hatte die UFC einst als „human cockfighting" verurteilt.
In Deutschland waren MMA-Veranstaltungen zu Beginn des Jahrtausends als anrüchig eingestuft und zeitweise mit einem TV-Verbot belegt; inzwischen ist der Sport auch hierzulande stärker salonfähig. Trump hatte im Vorfeld dem Time-Magazin gesagt, White habe ihn „Leuten vorgestellt, von denen ich noch nie etwas gehört hatte" – „Er stellte mich Leuten vor, von denen ich noch nie etwas gehört hatte."
Fans, Kritiker und Reaktionen
Unter den Zuschauern auf dem Gelände waren auch Fans wie der 18-jährige Jordan aus dem benachbarten Bundesstaat Virginia, der am Freitag in einem UFC-Shirt durch Washington lief. Er sagte, die Austragung auf dem Gelände des Weißen Hauses sei „etwas seltsam". Gleichzeitig zeigte er sich unbeeindruckt: „Aber mal abgesehen vom Politischen: Ich genieße alle Kämpfe, die stattfinden, und freue mich schon riesig darauf."
Die Veranstaltung fügt sich ein in eine Reihe staatstragender Feiern mit sportlichem Einschlag. Das Weiße Haus bezeichnete die UFC-Nacht als Teil des Programms zum 250. Unabhängigkeitstag. Die Organisatoren stellten das Event unter das Motto „So America". Die Reaktion im Land fiel indes gespalten aus: Während die einen in dem Spektakel einen symbolträchtigen Ausdruck amerikanischer Kampfkultur sehen, werfen andere ihm die Kommerzialisierung des Amtssitzes und die Vermischung von Politik, Wirtschaft und Show vor.
Fest steht, dass das Bild eines leuchtenden Oktagons auf dem Südrasen des Weißen Hauses, überdacht von einer Kuppel, die die Fassade des Amtssitzes überragt, in die Annalen ungewöhnlicher Präsidenten-Feiern eingehen dürfte. Die juristische Auseinandersetzung um die Veranstaltung ist mit dem Urteil zur Klageabweisung vorerst beendet, politische Debatten über die Rolle des Weißen Hauses bei derartigen Events werden den Wahlkampfzyklus in den USA jedoch weiter begleiten.
Insgesamt zeigt der Abend aus Sicht von Beobachtern, wie sehr Trump auch im achten Lebensjahrzehnt auf Inszenierung, Zuschauernähe und das direkte Gespräch mit Anhängern setzt. Die Mischung aus Geburtstagsfeier, Patriotismus-Ritual und Kampfsport-Show sei ein neuartiges Format, das in dieser Form auf dem Gelände des Weißen Hauses bislang nicht stattgefunden habe.
Fragen & Antworten
Warum fand der UFC-Kampf auf dem Gelände des Weißen Hauses statt?
Die Veranstaltung wurde offiziell mit dem 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli begründet und fiel auf den 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump. Die UFC baute dafür eine eigene Arena mit Kuppel auf dem Südrasen des Amtssitzes auf.
Welche Kritik wurde an dem Event geäußert?
Kritiker warfen Trump vor, dem UFC-Chef und seinem Unternehmen Zugang zum Weißen Haus für eine gewinnorientierte Sportveranstaltung mit Werbe- und Branding-Möglichkeiten zu gewähren. Eine entsprechende Klage wies ein Gericht unter anderem mit der Begründung ab, die Einwände seien zu spät eingebracht worden.
Wer organisierte den Protest gegen die Kämpfe?
Die „No Kings"-Bewegung rief zu „Watch Parties" in Wohnzimmern, Gemeindezentren und Geschäften auf, bei denen parallel ein Konzert in New York übertragen wurde. Das Konzert wurde vom „Committee for the First Amendment" organisiert und sollte ein Zeichen für Meinungs-, Pressefreiheit und Versammlungsrecht setzen.
UFC-Käfigkampf im Weißen Haus: Trumps 80. Geburtstag | finanz360