Vor dem NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara positioniert sich die Türkei als militärisches Schwergewicht und strategischer Brückenstaat und fordert eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen in der Allianz.

Militärisches Gewicht und steigende Ausgaben

Die Türkei gehört seit 1952 der NATO an und ist mit rund einer halben Million Soldaten nach den USA die zweitgrößte Armee des Bündnisses. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI stiegen die türkischen Militärausgaben zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Damit rangiert die Türkei weltweit auf Platz 18. Ankara will seine Verteidigungsausgaben bis Ende 2030 auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

Sie liegt an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten und grenzt an mehrere Krisenregionen. Als Anrainerstaat kontrolliert sie auf Grundlage des Montreux-Abkommens die Meerengen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer und ist damit eine Schlüsselmacht für den Schwarzmeerraum. Die türkische Regierung plädiert dafür, die Herausforderungen in Süd- und Osteuropa, im Schwarzmeerraum und im Nahen Osten stärker in die strategischen Überlegungen des Bündnisses einzubeziehen.