Wenige Tage vor Beginn des NATO-Gipfels in Ankara haben die türkischen Behörden bei Razzien in mehreren Provinzen dutzende Menschen festgenommen, darunter Journalistinnen, Journalisten, Anwälte und Mitglieder linker Gruppierungen.

Hintergrund der Festnahmen

Die Festnahmen erfolgten am vergangenen Sonntag, nur zwei Tage vor Beginn des Spitzentreffens der 32 NATO-Mitgliedstaaten am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi nahm die Polizei bei Razzien in acht Provinzen 39 Verdächtige fest. Die Zeitung Cumhuriyet sprach unter Berufung auf die Oppositionspresse von dutzenden weiteren Festnahmen in mehreren Provinzen.

Bei den Razzien beschlagnahmten die Behörden Munition und verbotene digitale Materialien. Bei einer weiteren Operation in der westlichen Provinz Kocaeli nahm die Polizei laut Anadolu zudem 28 Verdächtige fest, die mutmaßlich Verbindungen zu extremistischen Gruppen haben.