Trumps Krypto-Geschäft brachte ihm im ersten Amtsjahr über 2,2 Milliarden Dollar ein
Washington, 02. Juli 2026
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Kurzfassung
Die jüngste Vermögensoffenlegung zeigt, dass US-Präsident Donald Trump im ersten Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus mindestens 2,2 Milliarden Dollar eingenommen hat – den größten Anteil davon aus Kryptogeschäften. Kritiker sehen darin einen klaren Interessenkonflikt, das Weiße Haus weist Vorwürfe zurück.
Die am Dienstag veröffentlichte Vermögensoffenlegung des US-Präsidenten Donald Trump weist für das erste Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus Einnahmen von mindestens 2,2 Milliarden Dollar aus, wovon ein erheblicher Teil aus Kryptogeschäften stammt.
Zahlen aus der Offenlegung
Aus den 927 Seiten umfassenden, beim US-Büro für Regierungsethik eingereichten Unterlagen geht hervor, dass Donald Trump und sein Umfeld im Jahr 2025 mehr als 1,4 Milliarden Dollar mit Kryptodeals einnahmen. Die Summe entspricht rund dem 25-fachen des Vorjahreswerts von etwa 57 Millionen Dollar. Eine Tochtergesellschaft der Trump-Organization erzielte dabei allein 635 Millionen Dollar durch den Verkauf des Trump-Coins, eines sogenannten Meme-Coins mit dem Ticker „$TRUMP".
Meme-Coins sind Kryptowährungen ohne realen wirtschaftlichen Nutzen. Die Kurse steigen und fallen mit dem Hype um den jeweiligen Coin. Sie basieren meist auf Internetphänomenen, Witzfiguren oder, wie im Fall des $TRUMP-Coins, auf einem prominenten Namen. Es sind Sammler- und Spekulationsobjekte, hinter denen kein realer Gegenwert steht.
Was sind Meme-Coins?
Der Trump-Coin wurde wenige Tage vor Trumps Amtseinführung im Januar 2025 auf den Markt gebracht. Trump warb auf der Plattform X mit der Botschaft: „Get your $Trump now". Pünktlich zur Amtseinführung brachte Donald Trump einen nach ihm benannten Memecoin auf den Markt. Die Münze erreichte unmittelbar nach dem Launch einen Wert von mehr als 74 US-Dollar, ist inzwischen aber auf rund 1,68 Dollar gefallen.
Einen ähnlichen Schritt unternahm First Lady Melania Trump mit dem nach ihr benannten Meme-Coin, der zwischenzeitlich eine Marktkapitalisierung von acht Milliarden Dollar erreichte, bevor er 98 Prozent seines Wertes verlor. Der Coin soll laut Offenlegung sechs Millionen Dollar an Einnahmen erbracht haben.
Die Rolle von World Liberty Financial
Neben den Meme-Coins spielt die Krypto-Firma World Liberty Financial (WLF) eine zentrale Rolle. Das Unternehmen, das Trump gemeinsam mit seinen Söhnen und seinem Berater Steve Witkoff gegründet hat und an dem auch dessen Sohn Zach Witkoff beteiligt ist, erwirtschaftete laut den Dokumenten über 500 Millionen Dollar. Der Verkauf digitaler Token sowie die Veräußerung von Anteilen an WLF brachten dem Umfeld Trumps weitere Millionenbeträge ein.
Der von WLF gehaltene Stablecoin USD1, der den US-Dollar im Verhältnis 1:1 abbildet, ist laut den Angaben der weltweit viertgrößte Stablecoin. Seit Handelsbeginn im September ist der Kurs des World Liberty Token nach Berechnungen von Reuters allerdings um 80 Prozent gefallen. Trotz der aktuellen Krypto-Krise beläuft sich der Wert der Krypto-Bestände der Familie laut den Unterlagen weiterhin auf mehrere hundert Millionen Dollar.
Die Enthüllungen werfen Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. SRF-Wirtschaftsredakteurin Isabel Pfaff formulierte es so: „Wenn eine Regierung hier recht klar Position bezieht und der Präsident gleichzeitig selbst eine Digitalwährung herausgibt, dann ist das ziemlich eindeutig ein Interessenskonflikt". Finanzexperte und früherer Berater der US-Börsenaufsicht Corey Frayer sagte dem Schweizer Fernsehen SRF Anfang Juni: „Trump sah in Krypto eine Möglichkeit, durch sein Amt Geld zu verdienen und Krypto für Korruption zu nutzen."
Kritiker sehen Interessenkonflikt
SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte erläuterte den Mechanismus: „Die Leute, die diese digitalen Münzen kaufen, teilweise auch mit dem Abbild von Donald Trump, da kommt letztendlich das Geld her. Dass diese Menschen damit Geld verdienen, das war eigentlich selten der Fall." Korte verwies zudem darauf, dass Trump seine Strategie geändert habe: Statt eigenes Kapital zu investieren, verkaufe er seinen Namen und die Marke Trump, während andere die eigentlichen Immobilieninvestitionen tätigten.
Die Trump-Administration hat den Krypto-Sektor in den vergangenen Monaten deutlich dereguliert. Trump ersetzte den Krypto-skeptischen SEC-Vorsitzenden Gary Gensler durch Paul Atkins, der als sehr digitalfreundlich gilt. Unter Atkins ließ die SEC Verfahren gegen die Handelsplattform Coinbase und andere Anbieter fallen; im Gegenzug spendete Coinbase an Trumps White-House-Ballsaal-Projekt.
Deregulierung und politische Weichenstellungen
Trump unterzeichnete zudem den sogenannten Genius Act, der Stablecoins reguliert, und besetzte weitere Schlüsselpositionen mit kryptofreundlichen Persönlichkeiten. Er begnadigte mehrere Krypto-Unternehmer, die wegen Betrugs oder Geldwäsche verurteilt worden waren. Trump hat das Ziel ausgegeben, die USA zu einer „Bitcoin-Supermacht" zu machen. Die US-Präsidentschaft ist für Donald Trump ein lukratives Geschäft.
Die Einnahmen aus dem Krypto-Bereich sind nur ein Teil der Gesamtsumme von 2,2 Milliarden Dollar, die Trump im ersten Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus angab. Die Einnahmen im ersten Jahr nach der Rückkehr ins Weiße Haus haben sich auf mindestens 2,2 Milliarden Dollar verdreifacht, verglichen mit rund 620 Millionen Dollar, die er 2024 – im Jahr vor seinem Amtsantritt – ausgewiesen hatte.
Weitere Einnahmequellen
Zu den weiteren Einnahmen zählen Einnahmen von mehr als 80 Millionen Dollar aus Vergleichen mit verschiedenen Medienunternehmen sowie Einnahmen in Millionenhöhe aus der Lizenzierung seines Namens an Immobilienentwickler im Ausland. Dazu kommen die Erlöse aus seinen Golfresorts und anderen Immobilien: Das Trump National Golf Club Bedminster brachte rund 37 Millionen Dollar ein, das Doral Golf Resort in Miami etwa 122 Millionen Dollar und Mar-a-Lago steigerte seinen Umsatz von 50 auf 77 Millionen Dollar im Jahresvergleich.
Vergleichszahlungen von Meta (24,5 Millionen Dollar), ABC (16 Millionen Dollar) und CBS (16 Millionen Dollar) wurden laut den Unterlagen als Spenden an Trumps Presidential Library hinterlegt. Eine Amazon-Doku über First Lady Melania Trump brachte dieser 10,7 Millionen Dollar ein. Aus dem Verkauf seiner Uhren, die im Einzelhandel ab 499 Dollar kosten, erzielte Trump 4,7 Millionen Dollar.
Trump wies den Vorwurf eines Interessenkonflikts am Mittwoch (Ortszeit) vor US-Medien mit dem Hinweis auf steigende Börsenkurse zurück. „Wir alle profitieren. Ich profitiere, weil ich eine Menge Geld und eine Menge Cash habe." Eine Stellungnahme des Weißen Hauses zu den Unterlagen lag zunächst nicht vor. Später erklärte White-House-Sprecherin Anna Kelly: „Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt – und werden es auch niemals sein."
Reaktion aus dem Weißen Haus
Reuters hatte zuvor geschätzt, dass die Familie Trump seit Trumps Wiederwahl mindestens 2,3 Milliarden Dollar Gewinn von Anlegern erzielt hat. Den Unterlagen zufolge erzielt er den größten Teil seines Einkommens inzwischen aus digitalen Vermögenswerten, die von seiner Politik profitiert haben. Reuters beziffert seine Krypto-Einnahmen seit der Rückkehr ins Weiße House auf insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar. Die Erklärung gibt neue Einblicke in das Ausmaß der Gewinne des Präsidenten aus den Krypto-Aktivitäten seiner Familie.
Trump lud Ende April die 297 größten Inhaber des Trump-Coins zu einer Konferenz in einen seiner Clubs ein, die als „most exclusive crypto conference" vermarktet wurde. Im Mai sprach Trump selbst vor Krypto-Anhängern und bezeichnete sich als „Crypto President". Die Beobachtung, dass die Politik Trumps und seine persönlichen Geschäfte immer stärker ineinandergreifen, hat in den USA bislang keine große öffentliche Empörung ausgelöst. SRF-Korrespondent Korte sagte dazu: „Aber in der Öffentlichkeit habe ich doch eher das Gefühl, dass viele in den USA von der Politik insgesamt schlicht und einfach desillusioniert sind."
Die Offenlegung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz analysiert, um die Quellen von Trumps Krypto-Einnahmen zu identifizieren. Besonders einträglich läuft das familieneigene Kryptogeschäft. Donald Trump meldete Einnahmen von über 1,4 Milliarden Dollar aus den Kryptogeschäften seiner Familie im vergangenen Jahr.
Nach allem, was aus den Dokumenten hervorgeht, stammen die Krypto-Einkünfte Trumps im vergangenen Jahr hauptsächlich aus Lizenzgebühren, Token-Verkäufen und der Veräußerung von Unternehmensanteilen. Die gesamte Offenlegung wurde am Dienstag veröffentlicht und beim US-Büro für Regierungsethik eingereicht, noch bevor sich Trump am Mittwoch vor den Medien äußerte.
Fragen & Antworten
Wie viel Geld hat Donald Trump im ersten Jahr seiner Amtszeit insgesamt verdient?
Laut der beim US-Büro für Regierungsethik eingereichten Vermögensoffenlegung beliefen sich Trumps Einnahmen auf mindestens 2,2 Milliarden Dollar – das Dreifache des Vorjahreswerts von rund 620 Millionen Dollar.
Welche Rolle spielen Meme-Coins in Trumps Einnahmen?
Eine Trump-Organization-Tochtergesellschaft erzielte 635 Millionen Dollar durch den Verkauf des $TRUMP-Coins; insgesamt stammen mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus Krypto-Deals.
Warum sehen Kritiker in Trumps Krypto-Geschäften einen Interessenkonflikt?
Weil die Trump-Administration gleichzeitig den Krypto-Sektor dereguliert und Schlüsselpositionen mit kryptofreundlichen Personen besetzt, während der Präsident und seine Familie direkt von digitalen Vermögenswerten profitieren.
Trump Krypto-Einnahmen 2025: 2,2 Milliarden Dollar aus Meme | finanz360