Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat den Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mazloum Abdi, zum Berater des Präsidenten ernannt und damit den bislang weitreichendsten Schritt zur politischen Einbindung der kurdischen Verwaltung vollzogen.
Mit der Ernennung reagiert die syrische Übergangsregierung auf ein im Grundsatz bereits ausgehandeltes Abkommen, das die schrittweise Auflösung der SDF und die Überführung der kurdischen Selbstverwaltungsstrukturen in den syrischen Staatsapparat vorsieht. Für al-Sharaa ist das Abkommen ein zentraler innenpolitischer Erfolg, da es den seit Jahren umkämpften kurdisch geprägten Nordosten Syriens in die Zentralregierung einbindet.
Die Syrischen Demokratischen Kräfte waren während des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als wichtigster lokaler Bodenkämpfer unter westlicher, insbesondere US-amerikanischer, Unterstützung hervorgegangen. Auch nach dem militärischen Sieg über den IS hatte die SDF weite Teile des Nordostens kontrolliert und dort eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut. Die Eingliederung in den syrischen Staatsapparat bedeutet faktisch das Ende dieser eigenständigen Ordnung.
