In Damaskus ist am Samstag ein neues syrisches Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen, rund 19 Monate nach dem Sturz von Machthaber Bashar al-Assad.
Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa eröffnete die konstituierende Sitzung mit einer Rede, in der er die Abgeordneten aufforderte, die Kammer zu einem "Modell für Verantwortung und Kompetenz" zu machen. Die Volksversammlung solle "das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen, indem sie das Volk vertritt und ihre gesetzgeberischen sowie kontrollierenden Aufgaben wahrnimmt". Sharaa warb für einen "Staat, der seinen Bürgern Würde und Gerechtigkeit ermöglicht sowie Stabilität und Wohlstand".
Zusammensetzung und Auswahlverfahren
Die neue Volksversammlung umfasst insgesamt 210 Sitze. Zwei Drittel der Abgeordneten wurden im vergangenen Jahr von regionalen Wahlgremien bestimmt, an deren Auswahl laut Reuters nur etwa 6.000 Wahlmänner und -frauen beteiligt waren. Die übrigen 70 Mitglieder ernannte Übergangspräsident al-Sharaa persönlich. Sharaa erklärte, dieses Verfahren sei wegen der Millionen Vertriebenen und fehlender Wählerregister notwendig gewesen.
