SK Sturm Graz hat am Dienstagabend das Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League bei Heart of Midlothian in Edinburgh mit 2:0 (0:0) gewonnen und ist nach einem Gesamtscore von 6:0 in die dritte Qualifikationsrunde eingezogen.

Im altehrwürdigen Tynecastle Park von Heart of Midlothian ging es am Dienstag darum, eine Sechste anzuhängen. Fünf Spielzeiten in Folge stand Sturm Graz bereits auf der internationalen Bühne, nun sollte eine weitere internationale Saison folgen. Das Team von Trainer Fabio Ingolitsch löste diese Aufgabe souverän und setzte sich im Rückspiel mit 2:0 durch, nachdem das Hinspiel in Graz bereits mit 4:0 gewonnen worden war.

Hearts mit starkem Start im strömenden Regen

Bei strömendem Regen in Schottland erwischten zunächst die Gastgeber den besseren Start. Hearts presste von der ersten Sekunde an auf volle Offensive, schnürte Sturm zunächst in der eigenen Hälfte ein und kam durch Altenas Hereingabe zu einer ersten Möglichkeit, die Braga per Kopf jedoch nicht nutzen konnte. Auch Goalie Alexander Schwolow musste in den Anfangsminuten eingreifen und parierte in der 16. Minute einen Schuss des Polen Wlodarczyk aus etwa zehn Metern; eine weitere Hereingabe entschärfte er in der 38. Minute.

Danach übernahm Sturm zunehmend das Kommando. In der 24. und 25. Minute vergab Seedy Jatta zwei hochkarätige Chancen, ehe sein vermeintlicher Führungstreffer nach starker Vorarbeit von Simon Seidl wegen eines vorangegangenen Wegblockens vom Eingriff des VAR zunichtegemacht wurde. Wenig später vergab Jatta eine weitere Großchance, ebenso wie in Minute 16 bereits der Pole Wlodarczyk. So blieb es trotz bester Möglichkeiten beim torlosen Pausenstand.

Drei Aluminiumtreffer und ein Eingriff des VAR

Nach dem Seitenwechsel wurde der Druck der Grazer immer größer. In der 64. Minute verwertete Simon Seidl einen langen Abschlag von Torhüter Khudyakov, den Kapitän Stankovic per Kopf verlängerte, mit einem satten Halbvolley zum 0:1. Für den Sommer-Zugang, der bereits im ÖFB-Cup bei seinem Pflichtspieldebüt getroffen hatte, war es der erste Treffer in einem Europacup-Spiel für Sturm.

Seidl bricht den Bann – Soglo legt nach

Nur vier Minuten später legte Emran Soglo nach: Ein Abschluss, den Goalie Schwolow zunächst noch parierte, ehe ihm der Ball vom eigenen Knie ins Tor sprang, 0:2. Auch beim zweiten Treffer der Grazer war das Glück aufseiten der Österreicher. Soglo, ebenfalls ein Neuzugang, hatte den Ball nach einem Doppelpass mit Wlodarczyk zunächst nicht im Tor untergebracht, drückte den Abpraller aber über die Linie.

Trainer Fabio Ingolitsch schickte exakt jene Startelf ins Rennen, die eine Woche zuvor in Graz beim 4:0 über die Hearts brillierte. Die Mannschaft erfüllte die Erwartungen, kontrollierte das Spiel in der zweiten Hälfte und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Grazer war die Gelbe Karte für Vallci; die Schotten hingegen blieben ohne Verwarnung.

Aufstellung und Schiedsrichter

Schiedsrichter der Partie war der Lette Andris Treimanis. Das Spiel war bereits im Vorfeld als Pflichtsieg für Sturm eingeordnet worden, da das Hinspiel mit 4:0 deutlich gewonnen worden war. Dennoch zeigten die Grazer über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung und ließen in der Defensive kaum etwas zu. Torhüter Khudyakov musste in den 90 Minuten lediglich einmal eingreifen, als er einen Schuss von Miller parierte.

Nächster Gegner: Fenerbahçe oder Górnik Zabrze

Mit dem Gesamtscore von 6:0 ist Sturm Graz in die 3. Qualifikationsrunde der UEFA Champions League eingezogen. In der dritten Quali-Runde wartet nun der Sieger aus dem Duell Fenerbahçe gegen Górnik Zabrze. Das Hinspiel in der Türkei hatte Fenerbahçe Istanbul mit 1:0 gewonnen; das Rückspiel in Polen findet am Mittwoch um 20:00 Uhr statt. Erst danach wird feststehen, wer der nächste Gegner der Grazer ist.

Europa League bereits sicher

Unabhängig vom weiteren Verlauf in der Königsklasse ist Sturm ein Platz in der Ligaphase der Europa League bereits sicher. Die dritte Qualifikationsrunde wird am 4./5. August sowie am 11. August ausgetragen. Bei einer Niederlage in der Champions-League-Qualifikation würden die Grazer in die Ligaphase der Europa League wechseln, was ihnen eine garantierte Startprämie von 4,5 Millionen Euro sichert.

Neben Sturm Graz ist auch der LASK in dieser Saison international vertreten. Der österreichische Meister und Cupsieger steigt allerdings erst in die Play-offs zur Champions League ein. WSG Tirol und Sturm Graz sind bereits für die Ligaphase eines europäischen Wettbewerbs qualifiziert. Damit hat Österreich in dieser Saison mindestens zwei fixe Europacup-Gruppenphasen-Plätze sicher.

Für Sturm Graz war es die sechste Teilnahme an einem europäischen Hauptbewerb in Folge. Die vergangenen fünf Spielzeiten hatten die Steirer im Europacup verbracht, nun soll eine sechste folgen. Die Mannschaft von Trainer Ingolitsch hat sich mit dem klaren Erfolg gegen Heart of Midlothian, den schottischen Vizemeister, für die kommenden Aufgaben empfohlen.

Bereits am Samstag steht für Sturm Graz das nächste Pflichtspiel an: In der Bundesliga starten die Grazer mit einem Auswärtsspiel bei WSG Tirol in die neue Saison. Damit beginnt für die Mannschaft von Fabio Ingolitsch nach der Europacup-Reise nach Edinburgh direkt der Liga-Alltag, ehe am 4./5. August das nächste internationale Spiel ansteht.

Ausblick: Liga-Auftakt und internationale Wochen

Insgesamt zeigte die Elf von Fabio Ingolitsch eine reife Vorstellung im strömenden Regen von Edinburgh. Vor knapp 20.000 Zuschauern im Tynecastle Park, das nahezu vollständig gefüllt war, bot Sturm Graz eine konzentrierte Leistung und nutzte seine Chancen in der zweiten Hälfte eiskalt. Die Grazer Fans feierten ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff ausgelassen.

Mit dem Einzug in die dritte Qualifikationsrunde ist das internationale Saisonziel von Sturm Graz noch nicht erreicht. Sollte die Mannschaft auch in der nächsten Runde bestehen, winkt die Ligaphase der Champions League. Andernfalls ist die Teilnahme an der Europa League bereits sicher – was für den Klub wirtschaftlich und sportlich gleichermaßen ein Erfolg wäre.