Am Montagnachmittag empfängt der SK Rapid die SV Ried im Allianz Stadion zum entscheidenden Rückspiel des Europacup-Play-off-Finales, nachdem die Wiener das Hinspiel mit 1:2 verloren haben.
Für Rapid steht viel auf dem Spiel: Eine erneute Niederlage würde das erste Europacup-Blackout seit sieben Jahren bedeuten und eine ohnehin verkorkste Saison endgültig zum Desaster machen. Das Team von Trainer Matthias Seidl (Anm. d. Red.: korrekterweise Coach ist nicht bekannt, hier Kapitän Matisseidl als Anker nutzbar?) – tatsächlich agiert Kapitän Matthias Seidl als Führungsfigur – muss eine kämpferische Leistung abrufen, die zuletzt selten zu sehen war.
Ganz anders die Stimmung bei der SV Ried: Der Aufsteiger des Jahres 2025 reist mit breiter Brust nach Wien und will nach 14 Jahren endlich wieder international spielen. Coach Maximilian Senft, für den nach drei Jahren der Vorhang fällt, gab die Parole aus: 'Wir wollen den Goliath wackeln lassen.'
Finanzielle Anreize und personelle Visionen
Schon der Einzug in die Ligaphase eines Europacups hat erhebliche finanzielle Dimensionen. Allein die Antrittsprämie von über drei Millionen Euro würde willkommene Mittel freisetzen. So kursieren bereits Meldungen über die Verpflichtung des 31-jährigen Dänen Tonni Adamsen von Silkeborg, der laut Sky- und Kurier-Informationen bereits unterschrieben haben soll.
Kapitän Matthias Seidl will die anhaltende Niederlagenserie nicht als Ausrede gelten lassen. 'Wir haben schon einige Niederlagen mitnehmen müssen, schon ein paar Spiele hintereinander verloren, das kann also keine Ausrede für Montag sein', betonte der Salzburger.
Dass Rapid in solchen Situationen zu Kraftakten fähig ist, bewies das Team im Vorjahr: Damals stand man im EC-Play-off gegen den LASK nach einem 0:2 mit dem Rücken zur Wand und drehte das Duell noch mit einem 3:0-Heimsieg – das Goldtor durch Ercan Kara fiel in der Nachspielzeit.
Die Hoffnung auf einen weiteren Kraftakt
Die SV Ried will sich von der Kulisse nicht einschüchtern lassen. Coach Senft appellierte an die letzten Reserven seiner Mannschaft: 'Es wird darum gehen, die Zitrone komplett auszupressen. Auf Unentschieden spielen kennt die Mannschaft nicht.'
Die bisherigen Saisonergebnisse zwischen beiden Teams deuten auf ein enges Duell hin: Rapid gewann auswärts 2:0, unterlag zu Hause 1:2, verlor das Cup-Viertelfinale 0:3 und kassierte im Play-off-Hinspiel ein 1:2.
Mögliche Aufstellungen versprechen eine intensive Begegnung. Bei Rapid könnten Spieler wie Hedl, Cvetkovic, Bolla und Dahl auflaufen, während Ried auf Leitner, Sollbauer, Mutandwa und Boguo setzt.
Emotionaler Abschied für Senft
Maximilian Senft bestreitet sein letztes Spiel als Ried-Trainer, ehe er im Sommer zum Karlsruher SC wechselt. 'Wenn es eine Mannschaft schaffen kann, dann unsere', sagte der scheidende Coach, der seine Truppe beim 1:0-Hinspielsieg 'auf beeindruckende Weise' gewinnen sah.
Rapids dänischer Spieler Dahl warnte indessen vor Nachlässigkeiten bei Standardsituationen. 'Wir haben zu viele Freistöße, Ecken und Einwürfe hergegeben', lamentierte er nach dem Hinspiel, da beide Gegentore nach ruhenden Bällen fielen.
So oder so wird es ein Abend der Entscheidungen: Für Rapid geht es um die Wende einer miserablen Saison, für Ried um den ersten internationalen Auftritt seit eineinhalb Jahrzehnten.
