Sturm Graz deklassiert Heart of Midlothian mit 4:0 und greift nach der Champions League
Graz, 22. Juli 2026
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Kurzfassung
Sturm Graz hat das Hinspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League gegen Heart of Midlothian mit 4:0 gewonnen. Nach der Pause sorgten Mitchell, Weinhandl und Heil binnen neun Minuten für die Entscheidung vor 15.822 Zuschauern in Liebenau.
Sturm Graz hat am Dienstagabend das Hinspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League gegen Heart of Midlothian im Stadion Graz-Liebenau mit 4:0 (1:0) gewonnen.
Stark mit Standards, früh in Führung
Vor 15.822 Zuschauern in Liebenau brachte Neo-Kapitän Jon Gorenc Stankovic die Steirer bereits in der 4. Minute in Führung. Jeyland Mitchell hatte mit einem weiten Einwurf die Vorarbeit geleistet, Gorenc Stankovic nutzte seine Kopfballstärke zum 1:0. Damit legte Sturm, österreichischer Vizemeister, den Grundstein für einen Abend, an den die Gäste aus Edinburgh lange zurückdenken werden.
Hearts drücken, Sturm zittert
Die Anfangsphase gehörte allerdings nicht nur den Gastgebern. In der 10. Minute traf Hearts-Stürmer Seedy Jatta nach einer Ecke von Simon Seidl aus kurzer Distanz nur die Stange. Torhüter Daniil Chudjakow musste zudem schon nach nicht einmal einer Minute klärend eingreifen. Später verfehlte Pierre Kabore mit einem zu zentral angesetzten Schuss einen möglichen Ausgleich (25.). Die Grazer Defensive um den neu in die Startelf gerückten Jürgen Heil, der in der Viererkette rechts agierte, geriet in dieser Phase mehrfach unter Druck.
In der 34. Minute leistete sich Mitchell einen groben Patzer im Herausspielen, den Alexandros Kyziridis jedoch nicht nutzen konnte. Wenig später, in der 37. Minute, zeigte der ungarische Referee Gergo Bogar nach einer Szene zunächst auf den Elfmeterpunkt, revidierte seine Entscheidung jedoch nach einem VAR-Einspruch, ohne dass es nennenswerte Proteste aus dem Grazer Lager gab. Mit einer knappen, aber verdienten 1:0-Führung für Sturm ging es in die Kabinen.
Neun Minuten, die das Spiel kippen
Nach dem Seitenwechsel kam Otar Kiteishvili, der aufgrund anhaltender Wadenprobleme zunächst auf der Bank gesessen hatte, für Seidl in die Partie. Trainer Fabio Ingolitsch, der die Mannschaft in diesem Sommer bewusst neu sortiert hatte, durfte sich über einen Wirkungstreffer freuen: Sturm knipste ab der 50. Minute binnen neun Minuten fast jede sich bietende Gelegenheit.
Zunächst war es erneut Mitchell, der auf 2:0 stellte (50.). Der 17-jährige Luca Weinhandl, der im zentralen Mittelfeld neben Gorenc Stankovic und Jacob Hödl aufgeboten wurde, erhöhte nur drei Minuten später auf 3:0 (53.). Den Schlusspunkt setzte Heil in der 59. Minute bei seinem Pflichtspieldebüt im Sturm-Trikot: Sein Vorstoß endete nach einem Doppelpass mit Weinhandl mit dem 4:0.
Der Jubel im Stadion war enorm, doch der Coach mahnte rasch zur Konzentration. "Wir müssen das Ding jetzt über die Linie bringen", sagte Ingolitsch mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Dienstag (28. Juli, 20.45 Uhr, live in ORF1) im Tynecastle Park in Edinburgh. "Wenn wir es schaffen, vier Tore zu schießen, dann sie auch", fügte er an und unterstrich, dass die Mannschaft das maximal ernst nehmen werde.
Ausblick: Fenerbahce lockt, Europa League winkt
Mit dem klaren Heimsieg ist Sturm Graz dem Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Königsklasse sehr nahe. Bei einem Aufstieg wartet dort der Sieger der Partie zwischen Fenerbahce Istanbul, das sein Hinspiel gegen Gornik Zabrze zu Hause 1:0 gewann, und den Polen. Der Verlierer des gesamten Pfads rutscht in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League, der Sieger darf zumindest in der Ligaphase der Europa League planen, was den Steirern im Herbst ein zweites internationales Standbein sichern würde – samt signifikanter Millionen-Euro-Einnahmen.
Personell war die Partie in Liebenau ein Signal: Nicht nur der erst in der Vorwoche verpflichtete deutsche U21-Nationalstürmer Nelson Weiper wurde eingewechselt und kam zu einem 20-Minuten-Auftritt, auch die nach Leihen zurückgekehrten Szymon Wlodarczyk und Emran Soglo standen in der Anfangsformation. Heil feierte sein Pflichtspieldebüt, und Youngster Weinhandl unterstrich mit seinem Treffer seine aufstrebende Form. Trainer Ingolitsch erklärte im Nachgang, im Sommer sei bewusst auf "Atmosphäre und Teamhygiene" geachtet worden, "so seien diesbezüglich in den vergangenen Wochen Spieler aussortiert worden".
Stimmen nach dem Spiel
Dass der Sieg am Ende so deutlich ausfiel, hatte Ingolitsch in dieser Form nicht zwingend erwartet. "Wir hatten verrückte und fantastische Minuten, die das Spiel auf unsere Seite gebracht haben", sagte der Coach aus Salzburg. Sein Team habe in einer "brutal engen Partie" – so die Worte von Heil – "eiskalt" zugeschlagen. Die über weite Strecken enge Begegnung habe gezeigt, dass Sturm für die kommenden Aufgaben doppelt besetzen müsse: "Sollten wir es schaffen, und davon gehe ich nach dem heutigen Spielergebnis aus, im Herbst international zu spielen, werden wir auch jede Position doppelt besetzen müssen."
Verletzungen trübten den Abend kaum. Jacob Hödl musste nach einem Torschuss mit einer Fußblessur vom Feld, eine schwerwiegende Diagnose wurde zunächst nicht bekannt. Gelbe Karten holten sich auf Grazer Seite Gorenc Stankovic, bei Hearts McEntee und Ba-Sy ab.
Bei den von rund 1.300 mitgereisten Hearts-Fans, die ihr Team in Edinburgh kräftig unterstützen werden, war die Enttäuschung greifbar. Trainer Wouter Vrancken wechselte im Sommer beginnend beim Cheftrainer nahezu seine gesamte Offensivabteilung aus und muss nun nach einer klaren Heimniederlage im Rückspiel eine Aufholjagd organisieren. Vrancken selbst sprach nach dem Spiel von einem enttäuschenden Abend für sein Team.
Nächste Schritte: ÖFB-Cup und Rückspiel in Edinburgh
Für Sturm geht es unterdessen schon am Freitagabend weiter: In der ersten Runde des ÖFB-Cups gastiert die Ingolitsch-Elf in Seekirchen. Danach richtet sich der Blick vollständig auf das Rückspiel in Edinburgh, wo ein Pflichtsieg den Weg in die dritte Qualifikationsrunde der Champions League ebnen soll.
Sportchef Michael Parensen sprach von einem "Multiplikator" für die junge Saison. Das 4:0 gebe "Vertrauen und ein gutes Gefühl in der Mannschaft". Auch Weinhandl betonte im Interview, dass man Phasen, in denen es laufe, nutzen müsse: "Man muss die Phasen, wo es läuft, eben nutzen." Der 17-Jährige steht sinnbildlich für die Mischung aus Erfahrung und unbändigem Nachwuchs, die Sturm in dieser internationalen Spielzeit aufbieten will.
Insgesamt unterstreicht der Auftritt, dass Sturm Graz in der neuen Saison erneut den internationalen Wettbewerb als zentrales Etappenziel verfolgt. Mit dem klaren Sieg gegen Hearts ist das Momentum nun auf der Seite der Steirer. Sollte das Rückspiel in Schottland den Erwartungen standhalten, winkt nicht nur die Königsklassen-Phase, sondern auch die wirtschaftliche Sicherheit durch eine Euro-League-Saison im Herbst.
Das Rückspiel am 28. Juli (20.45 Uhr, live in ORF1) wird zeigen, ob Sturm den Schritt in die dritte Qualifikationsrunde der Champions League tatsächlich vollzieht – und damit die Basis für einen lukrativen und sportlich anspruchsvollen Herbst legt.
Fragen & Antworten
Wer ist Fabio Ingolitsch und welche Rolle spielt er bei Sturm Graz?
Fabio Ingolitsch ist Trainer des österreichischen Vizemeisters Sturm Graz und stammt aus Salzburg. Er verantwortet die Mannschaft in der laufenden Champions-League-Qualifikation und stellte das Team gegen Heart of Midlothian taktisch ein.
Wie fiel das Hinspiel zwischen Sturm Graz und Heart of Midlothian aus?
Sturm Graz gewann das Hinspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League am Dienstagabend im Stadion Graz-Liebenau vor 15.822 Zuschauern mit 4:0 (1:0). Nach der Pause trafen Mitchell (50.), Weinhandl (53.) und Heil (59.) binnen neun Minuten.
Was passiert, wenn Sturm Graz die nächste Runde erreicht?
Bei einem Aufstieg trifft Sturm in der dritten Qualifikationsrunde auf den Sieger der Partie Fenerbahce Istanbul gegen Gornik Zabrze. Zudem ist bereits fix, dass Sturm im Herbst zumindest in der Ligaphase der Europa League vertreten sein wird, was Millioneneinnahmen sichert.
Sturm Graz 4:0 gegen Hearts: Torlawine nach der Pause | finanz360