Eine Studie des Pestel-Instituts zeigt, dass Bund, Länder und Kommunen wegen der anhaltenden Wohnungsbaukrise in Deutschland Steuern und Sozialabgaben in Milliardenhöhe verloren haben und das Bruttoinlandsprodukt dadurch um 0,6 Prozentpunkte niedriger ausfiel.
Fiskalische Folgen der Baukrise
Die Lücke am Wohnungsmarkt hat nach Berechnungen des Pestel-Instituts nicht nur soziale, sondern auch erhebliche fiskalische Folgen. Bundesweit wären nach der Modellrechnung des Instituts Bund, Ländern und Kommunen 5,1 Milliarden Euro Umsatzsteuer, 1,9 Milliarden Euro Grunderwerbsteuer, 518 Millionen Euro Einkommensteuer und 2,3 Milliarden Euro Sozialabgaben entgangen. Zusammengenommen summieren sich die Mindereinnahmen auf rund 9,8 Milliarden Euro.
Die ausbleibenden Investitionen schlugen nach Angaben des Instituts zudem auf die gesamtwirtschaftliche Leistung durch. Das Pestel-Institut geht davon aus, dass dadurch das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozentpunkte niedriger ausfiel. Damit habe der Wohnungsbau, der in früheren Jahren eine Stütze der Konjunktur war, inzwischen die Rolle eines Bremsklotzes übernommen.
