Der Berliner CDU-Landesvorstand hat am Montagnachmittag Finanzsenator Stefan Evers einstimmig zum neuen Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 gewählt und ihn zugleich kommissarisch zum Landesvorsitzenden bestimmt.

Die Entscheidung fiel am späten Montagnachmittag nach Angaben eines Parteisprechers einstimmig, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Landesvorstand erfuhr. Der 46-jährige Stefan Evers tritt damit die Nachfolge des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner an, der am Freitag seinen Rückzug von der Spitzenkandidatur erklärt hatte. Zudem teilten die Kreisvorsitzenden der Berliner CDU bereits am Freitag mit, Evers als Spitzenkandidaten vorzuschlagen, bevor der Landesvorstand die Nominierung am Montag formal vollzog. Der CDU-Landesvorstand gab die Entscheidung zudem über den Kurznachrichtendienst X sowie über den Instagram-Kanal der Berliner CDU bekannt.

Hintergrund: Wegners Rückzug nach der Stromkrise

Als Grund für seinen Rückzug hatte Wegner sein Krisenmanagement während eines mehrtägigen Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 genannt. Fünf CDU-Mitglieder hatten Wegner zuvor in einem offenen Brief aufgefordert, sowohl als Regierender Bürgermeister als auch als Spitzenkandidat zurückzutreten. Monatelange Diskussionen über widersprüchliche und falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement hatten den Rückzug begleitet; Wegner wurde unter anderem vorgeworfen, eine Unwahrheit gesagt zu haben. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers von Lucke ist Wegners Rückzug jedoch nicht auf Kommunikationsfehler, sondern auf "eklatantes Versagen" zurückzuführen und stehe symbolisch für den Zustand der Berliner CDU.