Der frühere österreichische Verteidigungsminister Thomas Starlinger hat den Kompromiss der Regierung zur Reform des Wehrdienstes als 'höchst verantwortungslos' gegenüber den eingesetzten Soldaten und der österreichischen Bevölkerung kritisiert.

In einem Interview mit dem Ö1-Radioprogramm warf Starlinger der Koalition vor, mit dem geplanten Modell Soldaten in komplexe und potenziell gefährliche Einsätze zu schicken, ohne dass diese ausreichend ausgebildet seien. Das Kompromissmodell bezeichnete er als 'ganz schlechten Kompromiss'. Starlinger gehört als Berufsoffizier und Mitglied des Generalstabs des Bundesheeres der Wehrdienstkommission an.

Laut Starlinger würde das derzeit bevorzugte Modell der Regierung um einen dreistelligen Millionenbetrag mehr kosten als eine Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate. Gleichzeitig warnte er, dass sechs Monate Grundwehrdienst nicht ausreichten, um Soldaten auf komplexe Einsatzszenarien vorzubereiten. Seine Warnung bezeichnete er als deutliches Signal an die Politik.