Der Ständerat hat am Dienstag mit 21 zu 21 Stimmen bei einer Enthaltung und dem Stichentscheid von Ratspräsident Stefan Engler (Mitte) die kantonale Initiative zur Ausweitung der Sonntagsverkäufe von vier auf zwölf pro Jahr an den Nationalrat zurückgewiesen.

Knappes Verdikt im Ständerat

Damit endete eine Debatte, die zuvor über mehrere Sitzungsstunden hinweg kontrovers geführt worden war. Die Standesinitiative des Kantons Zürich verlangte, die Zahl der bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe deutlich auszuweiten. Der Bundesrat und die vorberatenden Kommissionen hatten sich zuvor für den Vorschlag ausgesprochen, doch im Rat formierte sich ein ungewöhnlicher parteiübergreifender Widerstand.

In der kleinen Kammer standen sich wirtschaftliche Argumente für flexiblere Öffnungszeiten und soziale Bedenken gegenüber. Befürworter verwiesen darauf, dass der stationäre Detailhandel durch den Onlinehandel und die Einkaufsmöglichkeiten an Flughäfen und Bahnhöfen bereits heute unter einem Wettbewerbsnachteil leide. Die Gegner warnten vor zusätzlichen Belastungen für das Verkaufspersonal und einem schleichenden Verlust des Sonntags als Ruhetag.