Rund eine Woche nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke hat die Stadt ein Paket von Sofortmaßnahmen beschlossen, während Wirtschaftsverbände vor täglichen Schäden in Millionenhöhe und langfristigen Standortnachteilen für die Region warnen.

Ausgangslage: Sperrung der Nordbrücke

Die Bonner Nordbrücke, ein zentrales Teilstück der Autobahn 565 und wichtigste Ost-West-Verbindung im Bonner Raum, ist seit rund einer Woche für den Verkehr gesperrt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurde die stark frequentierte Rheinbrücke am vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit geschlossen, nachdem bei einer Prüfung neue Schäden festgestellt worden waren. Die Autobahn GmbH untersucht derzeit, ob und wann das Bauwerk wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Die Folgen der Sperrung sind bereits wenige Tage nach der Schließung deutlich spürbar. Der ADAC Nordrhein sprach in einer Stellungnahme von einer "Vollkatastrophe für die Region". Nach einer Modellstudie des ADAC, die am 6. November 2025 als Pressemitteilung veröffentlicht wurde, müssten Pkw-Fahrerinnen und Pkw-Fahrer bei einer dauerhaften Sperrung mit insgesamt 50 Millionen zusätzlichen Umwegkilometern pro Jahr rechnen, Lkw mit weiteren 5,5 Millionen Kilometern. Der makroökonomische Schaden durch die Sperrung beziffere sich laut der Studie auf mehr als 170 Millionen Euro im Jahr.