Sperre des Nussensee in Bad Ischl aufgehoben – Entminungsdienst gibt Entwarnung
Bad Ischl, 28. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden hat am Montagnachmittag die Sperre des Nussensee in Bad Ischl wieder aufgehoben. Nach dem Fund von rund 200 Kilogramm Kriegsmaterial durch einen 35-jährigen Mann bestand nach Einschätzung des Entminungsdienstes keine weitere akute Gefahr.
Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden hat am Montag, dem 27. Juli 2026, das Platzverbot rund um den Nussensee in Bad Ischl aufgehoben, nachdem der Entminungsdienst des Österreichischen Bundesheeres bei einer erneuten Suche keine weitere akute Gefahr festgestellt hatte.
Am Montagnachmittag um 14.40 Uhr endete eine mehrtägige Sperre rund um den Nussensee in der oberösterreichischen Gemeinde Bad Ischl. Wie die Bezirkshauptmannschaft Gmunden mitteilte, konnte die Gefahrenlage nach Einschätzung des Entminungsdienstes aufgehoben werden. Der Bereich ist wieder zugänglich. Mitarbeiter der Gemeinde Bad Ischl entfernten daraufhin die Absperrungen und Hinweistafeln.
Auslöser: Fund durch Spaziergänger
Ausgelöst worden war der Einsatz durch den Fund von Kriegsrelikten durch einen 35-jährigen Mann aus dem Bezirk Gmunden am Abend des 25. Juli 2026. Bei den ersten entdeckten Gegenständen handelte es sich um Zugzünder aus dem Zweiten Weltkrieg. Wegen der möglichen Gefahr für Besucher, Badegäste und Anrainer wurde die Sperre vorübergehend auf den gesamten Uferbereich sowie den Wanderweg rund um den Nussensee ausgeweitet.
Bezirkshauptmann Alois Lanz berichtete, dass der Entminungsdienst des Bundesheeres zwei Stück Ein-Kilo-Sprengsätze TNT, die in Alugehäusen aufbewahrt worden waren, sowie Hunderte Zünder, Schrauben und zwei Stielhandgranaten gesichert hätte. Durch die anhaltende Trockenheit sank der Wasserspiegel des rund 15 Meter tiefen Nussensees um fünf auf zehn Meter ab, so der Bezirkshauptmann. Damit war Kriegsrelikt aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gekommen.
Behörden erweitern Sperre auf gesamtes Ufer
Die OÖN hatten zuvor berichtet: 200 Kilo Munition und Sprengkörper: Nussensee in Bad Ischl behördlich gesperrt. Der See liegt im Gemeindegebiet von Bad Ischl im Bezirk Gmunden in Oberösterreich. Wegen der hohen Gefährdungslage für Touristen, Badegäste und Anrainer hatte Lanz das Platzverbot auf den gesamten Uferbereich sowie den angrenzenden Wanderweg rund um den See ausgedehnt.
Am 26. Juli, dem ersten Räumungstag, stießen die Einsatzkräfte entlang des Ufers auf weitere verdächtige Gegenstände und vergrößerten daraufhin den Suchbereich. Dabei wurden noch geringe Mengen an Zündern, Granaten und Infanteriemunition gefunden. Darunter befanden sich auch zwei ein Kilogramm schwere TNT-Sprengsätze, die vom Entminungsdienst gesichert und anschließend abtransportiert wurden.
Erneute Suche am 27. Juli
Am Montag, 27. Juli 2026, wurde zwischen 8.30 Uhr und 14 Uhr erneut nach möglichen Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Im Zuge der umfangreichen Arbeiten konnten schließlich etwa 200 Kilogramm Munitions-, Zünd- und Sprengmaterial sichergestellt werden. Der Entminungsdienst bezeichnete das sichergestellte Material als kiloweise Kriegsschrott.
Nach Abschluss der weiteren Suchmaßnahmen und der fachlichen Einschätzung durch den Entminungsdienst konnte die Gefahrenlage nun aufgehoben werden. Der Bereich ist wieder zugänglich. Nach Einschätzung des Entminungsdienstes bestand anschließend keine weitere akute Gefahr, wie die Behörde mitteilte.
Trockenheit legt Seegrund frei
Der Nussensee, der im Normalzustand etwa 15 Meter tief ist, hatte wegen der anhaltenden Trockenheit fünf bis zehn Meter an Wasserstand verloren. Das frei gewordene Ufer hatte immer wieder Munitionsteile aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs freigegeben, die über Jahrzehnte unter Wasser gelagert waren und nun durch das zurückweichende Wasser zutage traten.
Der Entminungsdienst des Österreichischen Bundesheeres und die Polizei hatten den Einsatz gemeinsam durchgeführt. Nach einem umfangreichen Einsatz des Entminungsdienstes des Österreichischen Bundesheeres und der Polizei konnte die Suche nach Kriegsrelikten am Nussensee in Bad Ischl abgeschlossen werden, hieß es aus der Bezirkshauptmannschaft.
Die Sperre war ursprünglich wegen des Fundes von rund 200 Kilogramm Munition und Sprengkörpern verhängt worden. Die Behörden hatten den gesamten Uferbereich und den Wanderweg rund um den See für Besucher gesperrt, um die Bevölkerung zu schützen. Mit der Aufhebung am Montag um 14.40 Uhr ist der Zugang zum Seeufer und zum angrenzenden Wanderweg wieder uneingeschränkt möglich.
Gebiet wieder zugänglich
Spaziergänger und Badegäste können das Gebiet nun wieder nutzen. Die Gemeinde Bad Ischl ließ die Absperrungen und Hinweistafeln unmittelbar nach der Aufhebung des Platzverbots entfernen. Damit ist der See als Erholungsort für die kommenden Tage und Wochen wieder vollständig zugänglich.
Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden hob das zuvor geltende Platzverbot mit 14.40 Uhr wieder auf. Das verhängte Platzverbot wurde am Montag aufgehoben. Die Behörde betonte, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher oberste Priorität gehabt habe.
Insgesamt sicherten die Einsatzkräfte zwei Stück Ein-Kilo-Sprengsätze TNT in Alugehäusen, Hunderte Zünder, Schrauben, zwei Stielhandgranaten, geringe Mengen Infanteriemunition sowie weitere Granaten. Das Material wurde fachgerecht abtransportiert und unschädlich gemacht.
Hintergrund: Kriegsrelikte in Oberösterreich
Die Trockenheit der vergangenen Wochen hatte den Wasserstand des Sees so stark sinken lassen, dass der Seegrund teilweise freilag. In diesem freigelegten Bereich hatten sich die Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs befunden, die über Jahrzehnte im Schlamm verborgen waren.
Der Fall zeigt, wie sehr klimatische Veränderungen auch bislang verborgene Gefahren aus vergangenen Kriegen freilegen können. Die Behörden in Oberösterreich werden nach eigenen Angaben auch in Zukunft vergleichbare Stellen im Auge behalten, sollten weitere Wasserstände sinken.
Anwohner und Touristinnen zeigten sich am Dienstag erleichtert über die Aufhebung der Sperre. Der Nussensee ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region Bad Ischl und zieht besonders im Sommer zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, die den See als Badeplatz und Wandergebiet nutzen.
Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden dankte in ihrer Mitteilung dem Entminungsdienst des Bundesheeres und der Polizei für den reibungslosen Ablauf der mehrstufigen Such- und Räumungsarbeiten. Ohne deren Einsatz hätte die Sperre möglicherweise länger aufrechterhalten werden müssen.
Fragen & Antworten
Wer hat die Sperre des Nussensee in Bad Ischl angeordnet und wieder aufgehoben?
Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden unter Bezirkshauptmann Alois Lanz hatte das Platzverbot verhängt und es am Montag, 27. Juli 2026, um 14.40 Uhr nach Einschätzung des Entminungsdienstes wieder aufgehoben.
Welche gefährlichen Fundstücke wurden am Nussensee gesichert?
Der Entminungsdienst des Österreichischen Bundesheeres sicherte zwei ein Kilogramm schwere TNT-Sprengsätze in Alugehäusen, Hunderte Zünder, Schrauben, zwei Stielhandgranaten und geringe Mengen Infanteriemunition, insgesamt rund 200 Kilogramm Munitions-, Zünd- und Sprengmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg.
Warum sind die Kriegsrelikte am Nussensee zutage getreten?
Wegen der anhaltenden Trockenheit war der Wasserspiegel des rund 15 Meter tiefen Nussensees um fünf bis zehn Meter gesunken, wodurch bislang unter Wasser liegende Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg am Ufer sichtbar wurden.
Nussensee Bad Ischl: Sperre nach Munitionsfund aufgehoben | finanz360