Spanien zieht ins WM-Finale ein und demontiert Frankreich im Halbfinale deutlich mit 2:0
Arlington, 15. Juli 2026
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Kurzfassung
Spanien hat im ersten Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Arlington bei Dallas Titelverteidiger Frankreich mit 2:0 (1:0) besiegt und steht damit als erster Finalist fest. Die Tore für den Europameister erzielten Mikel Oyarzabal per Foulelfmeter (22.) und Pedro Porro (58.); Frankreichs Trainer Didier Deschamps übte im Anschluss deutliche Kritik am Schiedsrichter.
Spanien hat am Dienstagabend im ersten Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Titelverteidiger Frankreich im AT&T Stadium von Arlington bei Dallas mit 2:0 (1:0) besiegt und als erste Mannschaft das Endspiel in East Rutherford erreicht.
Die Ausgangslage: Frankreichs Titeltraum am Nationalfeiertag
Vor 70.176 Zuschauern im nicht ausverkauften Stadion setzten sich die Iberer durch die Tore von Mikel Oyarzabal (22., Foulelfmeter) und Pedro Porro (58.) verdient gegen die Franzosen durch, die über weite Strecken harmlos blieben und am französischen Nationalfeiertag eine deutliche Niederlage kassierten. Damit steht Spanien erstmals seit dem Titelgewinn 2010 in Südafrika wieder in einem WM-Endspiel und spielt am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) in East Rutherford gegen den Sieger der Partie England gegen Argentinien, die am Mittwochabend (21.00 Uhr MESZ) in Atlanta ausgetragen wird.
Frankreich, Weltmeister von 2018 und Finalist von 2022, ist damit bei dieser WM-Endrunde vorzeitig ausgeschieden. Trainer Didier Deschamps, der 57-Jährige steht seit 2012 im Amt und wird nach 14 Jahren an der Seitenlinie der «Équipe Tricolore» am Samstag beim Spiel um Platz drei letztmals auf der Bank sitzen, hatte das Starensemble phasenweise zu begeisterndem Fußball geführt. An diesem Abend in Arlington jedoch fand seine Offensive um Kylian Mbappé gegen die spanische Defensive, die im gesamten Turnier bis dahin erst ein Gegentor kassiert hatte (beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien), kein Mittel.
Deschamps kritisiert den Schiedsrichter
«Die Enttäuschung in der Kabine ist groß», sagte Deschamps nach dem Schlusspfiff. «Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat», räumte der Coach ein und kritisierte zudem deutlich den salvadorianischen Schiedsrichter Ivan Barton: «Es gibt eine Frage, auf die ich keine Antwort habe: Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein Halbfinale der Weltmeisterschaft?» Er wiederholte seine Kritik später mit den Worten: «War der Schiedsrichter heute eines WM-Halbfinals würdig?» Mit dem vierten und fünften Offiziellen habe er sich dagegen «normal austauschen» können, sagte er und erklärte auf eine entsprechende Nachfrage knapp: «Ich werde die Frage nicht beantworten.»
Nach 20 eher ereignislosen Minuten leitete ein Fauxpas von Frankreichs Linksverteidiger Eric Digne die spanische Führung ein. Im Strafraum foulte Digne den 19-jährigen Lamine Yamal, der am Vortag seinen Geburtstag gefeiert hatte. Den folgenden Elfmeter verwandelte Oyarzabal, der bei dieser WM bereits seinen fünften Treffer erzielte, sicher ins rechte obere Eck. «Praktisch aus dem Nichts», schrieb die österreichische «Krone», habe sich Spanien «vor rund 71.000 Zuschauern» in Führung gebracht, und die spanische Zeitung «El País» sah «Geschichte geschrieben».
Frankreich kam in der ersten Halbzeit lediglich zu einem nennenswerten Abschluss durch einen Schuss aus 18 Metern von Bradley Barcola, der sein Ziel aber um einige Meter verfehlte (36.). Die «Blaue» – «Les Bleus» – agierten gegen eine «felsenfest» stehende spanische Defensive ratlos. «Die wahren «bösen Jungs» trugen an diesem Abend also rot und nicht blau», schrieb die «NZZ», «Frankreichs «böse Jungs» zahm wie Klosterschüler». Die erwarteten Tore (xG-Wert) der Franzosen beliefen sich am Ende auf lediglich 0,3, statistisch «extrem schwach». Auf der anderen Seite kombinierte sich Spanien in der eigenen 4-4-2-Formation «einmal zauberhaft» durch die Abwehr, schrieb der «Blick», Fabian Ruiz scheiterte jedoch (38.).
Spaniens zweite Halbzeit bringt die Vorentscheidung
In der zweiten Hälfte erhöhte Spanien durch Porro frühzeitig auf 2:0. Der Außenverteidiger, der schon im Achtelfinale gegen Österreich sein erstes Länderspieltor erzielt hatte, spielte mit Dani Olmo am Sechzehner einen Doppelpass, hebelte die gesamte französische Abwehr aus, blieb frei vor Keeper Mike Maignan und versenkte den Ball rechts unten (58.). «Sie lassen das Schwierige mühelos aussehen», sagte Deschamps anerkennend. Porro wurde anschließend zum Spieler des Spiels gewählt.
Frankreich versuchte daraufhin, durch ein höheres Pressing die spanische «Passmaschine» zu stören, doch das Team von Luis de la Fuente ließ weiterhin «Ball und Gegner laufen» und löste sich geschickt aus dem Gegnerdruck. Mbappé hatte zwei Chancen: Zuerst scheiterte der Superstar aus spitzem Winkel an Spaniens Torhüter Unai Simón (64.), drei Minuten später schoss er aus 16 Metern nur knapp am spanischen Kasten vorbei, der Ball wurde noch von Marc Cucurella abgefälscht (67.). Auch Aurélien Tchouaméni (65.) sowie der eingewechselte Désiré Doué (82.) trafen nicht ins leere Tor.
Eine späte Möglichkeit für Mbappé bot sich noch in der ersten Minute der Nachspielzeit, als der Franzose aus spitzem Winkel zum 1:2-Anschluss hätte verkürzen können, was ihm jedoch nicht gelang. So blieb es bis zum Schlusspfiff bei der auch in dieser Höhe verdienten 0:2-Niederlage des Titelverteidigers, der im Turnier zuvor sechs Spiele absolviert und insgesamt 16 Tore erzielt hatte. «Frankreich wurde im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 in Dallas von Spanien mit 0:2 klar deklassiert», fasste «The Athletic» zusammen.
Stimmen aus Spanien: De la Fuente und Oyarzabal
Spaniens Trainer Luis de la Fuente, der seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Viertelfinalsieg gegen Belgien nicht veränderte («Never change a winning team»), zeigte sich nach dem Sprung ins Finale ergriffen. «Ich kann meine Gefühle schwer in Worte fassen», sagte de la Fuente im spanischen Fernsehen «La 1». «Wir haben eine große Verantwortung für das ganze Land – ich freue mich für mich, die gesamte Mannschaft und das Land, dass wir im Finale stehen.» Wenig später legte er nach: «Wir mussten gegen eine der besten Nationalmannschaften der Welt spielen – aber ihnen stand die allerbeste Mannschaft der Welt gegenüber.»
Oyarzabal, der mit dem Foulelfmeter bereits seinen fünften WM-Treffer erzielt hatte, sprach von einem historischen Abend. «Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir das vorstellen können», sagte der 26-Jährige. Yamal, am Vortag 19 Jahre alt geworden, hatte nach der Partie eigens betont: «Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, darüber zu sprechen.» Auch der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni hatte vor dem Halbfinal mahnend angemerkt: «Es ist ein Fußballspiel, nichts anderes.»
Internationale Pressestimmen
Die internationale Presselandschaft reagierte einhellig auf den spanischen Triumph. Die Schweizer «NZZ» titelte «Spanien entzaubert Frankreich und erreicht erstmals seit 2010 wieder den WM-Final – erneut weist der Antiheld Mikel Oyarzabal den Weg». Italiens «Gazzetta dello Sport» sprach von einem «Triumph unter «Olé»-Rufen», während die «Corriere dello Sport» von einer «Spanischen Revolution in Dallas» schrieb. «Le Figaro» befand: «Frankreich fand gegen die beeindruckend kontrollierten Spanier nie ein Mittel, um die Partie zu entscheiden.» Die «Daily Mail» schrieb von «lausigen Les Bleus», und «Le Parisien» urteilte: «An diesem Dienstagabend in Dallas wurden Les Bleus von der roten spanischen Welle überrollt.»
Für Deschamps endet eine Ära: Der Franzose, der 2018 als Spieler Weltmeister und 1998 ebenfalls Weltmeister war, hatte Frankreich als Trainer 2018 zum Titel und 2022 ins Finale geführt. In acht Duellen mit der «Selección» verliert er nun das fünfte (das achte Duell im Ära Deschamps), wie «NZZ»/«SRF»-Statistik bemerkten. «Zidane muss Variabilität des Teams steigern» lautete der Hinweis eines Schweizer Kommentators mit Blick auf die Zukunft. Deschamps selbst resümierte nüchtern: «Wir mussten akzeptieren, dass wir heute nicht gut waren. Sein Team sei technisch unterlegen gewesen und habe den Spaniern zu wenig Probleme bereitet.» «Vor allem in der Offensive sei sein Team «zu schwach» gewesen», sagte der Coach.
Auch mit Blick auf den spanischen Erfolg zogen ausländische Medien Parallelen zur Vergangenheit. Die englische Tageszeitung «The Guardian» sah in dem Ergebnis «eine spektakuläre Lektion für alle, die Spanien als Außenseiter abgestempelt hatten». Schon im Vorfeld hatten englische Medien spekuliert: «Die vergangenen 60 Jahre waren schmerzhaft für England und es wäre ein schöner Triumph für sie, wenn sie das Turnier gewinnen», so ein englischer Kommentar mit Hinweis auf den englischen WM-Triumph von 1966.
Ausblick: Spiel um Platz drei und Finale in East Rutherford
Frankreich trifft im «kleinen Finale» am Samstag, 18. Juli (Anpfiff um 23.00 Uhr MESZ in Miami) auf den Verlierer der zweiten Halbfinalpartie zwischen England und Titelverteidiger Argentinien (Mittwoch, 21.00 Uhr MESZ, in Atlanta, live unter anderem in der ARD und im Livestream auf sportschau.de). Spanien spielt am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) in East Rutherford, westlich von New York City, gegen den Sieger dieses Spiels um den zweiten WM-Titel nach 2010. Die Übertragung erfolgt live unter anderem bei ServusTV und in ORF1.
Mit Blick auf den Finaleinzug verfolgte Spaniens Mittelfeldspieler Pedri den Geschehnissen mit einem Posting bei Instagram und betitelte den Tag als historisch: «Finale, 19. Juli 2026.» Das Land selbst feierte unterdessen ausgelassen: Der norwegische Stürmerstar Erling Haaland, der mit seiner Mannschaft nach einer 1:2-Niederlage gegen England ausgeschieden war, wurde bei der Rückkehr in Oslo von «rund 90 000 Menschen» empfangen und stieg mit einem «ausgestopften Waschbären» aus dem Flugzeug – nach Angaben von «The Athletic» ein Souvenir aus dem «Wild Bill's Western Store» in Dallas.
Fragen & Antworten
Wie ist das WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich ausgegangen?
Spanien hat Frankreich im ersten Halbfinale der WM 2026 im AT&T Stadium von Arlington bei Dallas mit 2:0 (1:0) besiegt und ist damit als erste Mannschaft ins Endspiel eingezogen.
Wer hat die Tore für Spanien erzielt?
Mikel Oyarzabal erzielte in der 22. Minute per Foulelfmeter die Führung, Pedro Porro erhöhte in der 58. Minute nach einem Doppelpass mit Dani Olmo zum Endstand.
Was kritisierte Frankreichs Trainer Didier Deschamps nach dem Spiel?
Deschamps stellte die Leistung des salvadorianischen Schiedsrichters Ivan Barton infrage («Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein Halbfinale der Weltmeisterschaft?») und räumte zugleich ein, dass sein Team «technisch unterlegen» gewesen sei und Spanien den Sieg verdient habe.
WM 2026 Halbfinale: Spanien schlägt Frankreich 2:0 – Finale | finanz360