Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass fast die Hälfte der befragten Medizinstudierenden im ersten Semester Ärztinnen oder Ärzte in der Verwandtschaft hat und der Anteil Studierender aus nicht-akademischen Elternhäusern an den österreichischen Medizin-Unis seit Jahren unter der politischen Zielmarke von 50 Prozent liegt.

Im österreichischen Medizinstudium zeigt sich seit Jahren eine deutliche soziale Schieflage. Eine 2017 veröffentlichte Erhebung unter Erstsemestrigen an den drei öffentlichen Medizin-Universitäten ergab, dass insgesamt 45 Prozent der Befragten angaben, Ärztinnen oder Ärzte in ihrer Verwandtschaft zu haben. Bei 20 Prozent war der Vater Arzt, bei sechs Prozent die Mutter. In früheren Studien war der Anteil sogar noch etwas höher.

Ärztefamilien sind überrepräsentiert

Auch beim formellen Bildungshintergrund der Eltern ergibt sich ein klares Bild. Laut einer Evaluierung durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) fielen 2023/24 nur knapp 43 Prozent der Medizinstudierenden in die Gruppe mit einem Vater ohne Hochschulabschluss, fünf Jahre davor waren es noch 47 Prozent. An den Medizin-Unis hatten 58 Prozent der Studierenden zumindest einen Elternteil mit Hochschulabschluss, während es über alle Hochschultypen hinweg laut IHS-Studierendensozialerhebung 2025 nur 45 Prozent waren.