Nach der Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow drohen Präsident Wolodimir Selenski seit fünf Tagen Massenproteste, die den Sturz von Armeechef Olexander Syrskyj und die Rückkehr Fedorows fordern.
In Kiew und anderen ukrainischen Städten protestieren seit Freitag täglich Tausende Menschen gegen die militärische Führung des Landes. Die Demonstranten verlangen die Entlassung von Olexander Syrskyj und die Wiedereinsetzung des in der Vorwoche überraschend entlassenen Mychajlo Fedorow. Die Proteste richten sich zugleich gegen Selenski, der nach Ansicht der Kritiker in dem Machtkampf zwischen beiden Männern zu lange geschwiegen hat.
Die Unzufriedenheit hat sich in den vergangenen Tagen spürbar zugespitzt. Am Montag setzte der Kriegsveteran und IT-Unternehmer Dmytro Koziatynsky, einer der Initiatoren der Bewegung, dem Präsidenten ein Ultimatum: Bis Donnerstagabend müsse Selenski die Forderungen erfüllen. Andernfalls kündigte Koziatynsky eine Ausweitung der Proteste an. Slogans werden auf Kartons geschrieben, weshalb die Demonstrationen inzwischen als „Kartoffel-Papier-Proteste“ bekannt sind.
