Schweres Erdbeben in Venezuela: Hilfe aus der Schweiz trifft in Caracas ein
Caracas, 25 Juni 2026
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Kurzfassung
Nach zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 sind in Venezuela mindestens 164 Menschen ums Leben gekommen und knapp 1.000 weitere verletzt worden. In der Nacht traf ein Schweizer Spezialteam in Caracas ein, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen.
Caracas, 25 Juni 2026
Nach zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 in Venezuela mit mindestens 164 Toten und rund 1.000 Verletzten ist in der Nacht zum Donnerstag ein Schweizer Spezialteam in Caracas eingetroffen, um die örtlichen Behörden bei der Bergung und der humanitären Hilfe zu unterstützen.
Die Erdstöße trafen den Nordwesten des südamerikanischen Landes am Mittwochabend (Ortszeit). Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum des ersten Bebens um 18:04 Uhr (Ortszeit) rund 24 Kilometer östlich der Stadt San Felipe in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Ein zweites Beben folgte in einer Tiefe von nur zehn Kilometern – eine Tiefe, in der laut Seismologen mit massiven Schäden an der Oberfläche zu rechnen ist.
Zwei Beben erschüttern den Nordwesten
Besonders betroffen sind die Küstenregionen im Nordwesten sowie der Großraum Caracas. Allein im schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste stürzten nach Berichten des TV-Senders Globovisión mindestens 42 mehrstöckige Gebäude ein. In der Hauptstadt Caracas kamen laut ersten Erkenntnissen rund zehn weitere Gebäude zum Einsturz. Auch der nahegelegene Bundesstaat Falcon meldete schwere Schäden.
Aus dem Hauptstadtbezirk Chacao konnten nach Angaben von Bürgermeister Gustavo Duque allein aus einem eingestürzten Haus 18 Überlebende geborgen werden. Im Küstenbundesstaat Falcon gab Gouverneur Victor Clark 22 Verletzte und 15 vermisste Erwachsene an. Ersten Erkenntnissen zufolge waren die Rettungskräfte in den ersten Stunden nach den Beben vor allem damit beschäftigt, Menschen aus den Trümmern zu befreien.
Schwere Schäden in Caracas und La Guaira
Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sprach im Staatsfernsehen von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“ und sagte: „Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind“, darunter La Guaira. Innenminister Diosdado Cabello sagte im Fernsehen: „Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun.“ Damit ist die politische Führung des Landes öffentlich sichtbar in die Krisenkoordination eingebunden.
Bereits vor den Erdbeben waren in Venezuela nach Schätzungen von Hilfsorganisationen fast acht Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die nun hinzukommenden Zerstörungen verschärfen die Lage vor Ort erheblich, da Krankenhäuser, Straßen und Stromnetze in mehreren Regionen beschädigt sind und die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln teilweise unterbrochen ist.
Politische Reaktionen im Land
Internationale Hilfe wurde umgehend angekündigt. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb auf der Plattform X, 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter stünden bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden. Auch aus weiteren lateinamerikanischen Staaten sowie aus Europa liefen Hilfsangebote ein.
In den relativ nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Damit konzentriert sich ein erheblicher Teil der Schäden auf ein Gebiet, in dem auch die ohnehin angespannte Versorgungslage die Bewältigung der Katastrophe zusätzlich erschwert.
Internationale Hilfe wird mobilisiert
Ein Sprecher des Schweizer Einsatzteams erklärte: „Unser Team in Venezuela arbeitet eng mit den Behörden zusammen, um die Prioritäten festzulegen“. Ziel sei es, die Suche nach Verschütteten zu unterstützen und medizinische Hilfe in den am stärksten betroffenen Regionen zu verstärken.
US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social von einer „verheerenden Zahl an Todesopfern“ und stellte Hilfe in Aussicht. Diese Äußerung fiel inmitten der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Regierungen in Washington und Caracas; ob und in welcher Form US-Hilfe tatsächlich zugesagt wurde, war zunächst unklar.
Unabhängig davon erreichte in der Nacht zum Donnerstag ein Schweizer Spezialteam die Hauptstadt Caracas. Das Team aus Fachleuten für urbane Suche und Rettung (USAR) wurde nach Angaben der Schweizer Behörden auf Ersuchen der venezolanischen Regierung entsandt. Es führt eigenes Material zur Ortung Verschütteter sowie medizinisches Gerät mit.
Schweizer Spezialteam trifft in Caracas ein
Am Rande des Geschehens ereignete sich an der Ostküste der japanischen Insel Honshu in der Region Tohoku ein Beben der Stärke 6,9. Es lag nach Angaben der japanischen Wetterbehörde in einer Tiefe von etwa 50 Kilometern; eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgelöst. Die beiden Ereignisse stehen nach bisherigem Stand seismologisch in keinem direkten Zusammenhang.
Die nationale Zivilschutzbehörde Venezuelas richtete Notunterkünfte in Schulen und Sporthallen ein und forderte die Bevölkerung auf, beschädigte Gebäude nicht zu betreten. In mehreren Stadtteilen von Caracas fiel zeitweise der Strom aus, Mobilfunknetze waren überlastet. Helfer vor Ort berichteten von langen Staus, weil Straßen durch Trümmer blockiert waren.
Die Regierung rief die Bevölkerung auf, Blutspenden zu leisten, da die Krankenhäuser in Caracas und in den betroffenen Bundesstaaten einen starken Anstieg von Verletzten verzeichneten. Mehrere Länder Lateinamerikas boten die Aufnahme von Verletzten in Spezialkliniken an, sofern Transportkapazitäten vorhanden sind.
Erste Opferzahlen und Lagebild
Vorläufige amtliche Angaben gingen am Donnerstagmorgen (Ortszeit) von mindestens 164 Toten und knapp 1.000 Verletzten aus. Diese Zahlen können weiter steigen, da mehrere Ortschaften noch nicht vollständig erreicht wurden und die Bergungsarbeiten in den Trümmern der eingestürzten Gebäude andauern.
Internationale Beobachter wiesen darauf hin, dass die Kombination aus hoher Bebenstärke, geringer Herdtiefe und einer bereits vor der Katastrophe angespannten humanitären Lage die Bewältigung erheblich erschwere. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob die koordinierte internationale Hilfe rasch genug skaliert werden kann, um weitere Schäden zu begrenzen.
Ausblick auf die kommenden Tage
Für die Schweiz ist der Einsatz in Venezuela einer der größten humanitären Einsätze in Lateinamerika seit Jahren. Das Spezialteam soll nach derzeitiger Planung mehrere Wochen im Einsatzraum verbleiben, abhängig von der Lage vor Ort und der Verfügbarkeit weiteren Personals.
Fragen & Antworten
Wie stark waren die Erdbeben in Venezuela?
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der beiden Erdstöße mit 7,2 und 7,5 an; das zweite Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur zehn Kilometern, was die Schäden an der Oberfläche deutlich verstärkte.
Wie viele Tote und Verletzte gibt es bisher?
Vorläufigen amtlichen Angaben zufolge sind mindestens 164 Menschen ums Leben gekommen und knapp 1.000 weitere verletzt worden; die Behörden rechnen mit weiter steigenden Zahlen.
Welche Aufgaben übernimmt das Schweizer Team in Caracas?
Das Schweizer Spezialteam arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den venezolanischen Behörden zusammen, unterstützt die Suche nach Verschütteten und verstärkt die medizinische Hilfe in den am stärksten betroffenen Regionen.
Erdbeben Venezuela: Schweizer Team hilft in Caracas | finanz360