Bern, 29 August 2026
Eine Volksinitiative in der Schweiz will den Neutralitätsbegriff enger fassen und stellt damit die Frage, ob das Land weiterhin eigene wirtschaftliche Sanktionen gegen kriegführende Staaten verhängen darf.
In der Schweiz ist eine Volksinitiative hängig, die das Neutralitätsrecht neu justieren will. Im Kern zielt der Vorschlag darauf, dass die Schweiz grundsätzlich keine eigenen nichtmilitärischen Zwangsmassnahmen gegen kriegführende Staaten mehr anordnen darf. Dazu zählt ausdrücklich auch die Übernahme von wirtschaftlichen Sanktionen der Europäischen Union. Verpflichtende Sanktionen der Vereinten Nationen sollen dagegen weiterhin möglich bleiben.
Die Initiative wird vom Initiativkomitee um Walter Wobmann getragen, der als Präsident des Komitees amtet. Wobmann gehört dem SVP-Umfeld an und vertritt die These, dass die heutige Praxis der Sanktionsübernahme über die historische Neutralität hinausgehe. Die Befürworter argumentieren, eine klare Trennung zwischen militärischer Bündnisneutralität und wirtschaftlichem Sanktionsrecht stärke die Glaubwürdigkeit der Schweiz.
