Die Schweiz und Grossbritannien haben nach dreijährigen Verhandlungen ein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen, das am Montag von Bundespräsident Guy Parmelin und dem britischen Wirtschaftsminister Peter Kyle im Hotel Bellevue Palace in Bern vorgestellt wurde.

Das Abkommen umfasst 20 Kapitel und ist nach zehn Verhandlungsrunden unter Dach. Es soll bis Ende Jahr unterschriftsreif sein, danach muss das Schweizer Parlament zustimmen. Wie der britische Premierminister Keir Starmer in einer Mitteilung erklärte, handelt es sich um das sechste Handelsabkommen, das das Vereinigte Königreich innert zwei Jahren abgeschlossen hat: «Dieses wegweisende Abkommen ist das sechste Handelsabkommen, das wir innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen haben.»

Im Zentrum des Vertragswerks stehen der digitale Handel und Dienstleistungen. Bürokratische Hürden sollen verschwinden, der grenzüberschreitende Datenverkehr wird erleichtert. Das Abkommen schreibt fest, dass kein Land über bestehende Ausnahmen hinaus verpflichtende lokale Datenspeicherungen verlangen darf. Dadurch sollen Datenflüsse zwischen der Schweiz und Grossbritannien freier fliessen können.

Bundespräsident Guy Parmelin sprach am Medienanlass von einer «Botschaft an die Welt»: Im aktuellen geopolitischen Klima mit Abschottung und Zöllen würden die Schweiz und Grossbritannien zeigen, dass man mit gemeinsamen Regeln den Handel optimieren könne. Er betonte zudem: «Heute gehen wir deutlich darüber hinaus und verleihen der strategischen Wirtschaftspartnerschaft zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich eine neue Dimension.»