Seit dem 1. Juli 2026 verpflichtet ein neues Gesetz in Schweden Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, wieder Münzen und Scheine anzunehmen, obwohl das Land bisher als Vorreiter des bargeldlosen Zahlens gilt.

Hintergrund: Vom Vorreiter zum Sorgenfall

Seit heute ist ein neues Bargeldgesetz in Kraft. Es verpflichtet Lebensmittelgeschäfte und Apotheken dazu, wieder Münzen und Scheine anzunehmen. Damit reagiert die schwedische Politik auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen sich immer mehr Geschäfte aus der Bargeldannahme zurückgezogen hatten.

Schweden galt bislang als skandinavisches Karten-Paradies: Scheine und Münzen sind in Schweden fast vollständig aus den Läden verschwunden, denn hier wird fast alles mit der Karte bezahlt – selbst das Eis am Kiosk um die Ecke. Viele zahlen digital, die meisten direkt mit dem Handy, sondern ausschließlich mit der Karte oder per Swish, einem rein schwedischen Onlinebezahlsystem. Nach einer Erhebung der schwedischen Reichsbank (Riksbank) im September des Vorjahres hatten nur fünf Prozent der Befragten ihren letzten Einkauf bar bezahlt.