Die Spitzen von Union und SPD haben sich am Mittwochabend im Koalitionsausschuss im Kanzleramt auf ein umfangreiches Reformpaket geeinigt, das Steuerentlastungen, Rentenreform, Gesundheits- und Pflegereformen sowie Bürokratieabbau umfasst.

Steuerreform als größter Einzelposten

Die Verhandlungsrunde, die ursprünglich bis Freitag angesetzt war, endete nach Angaben von Reuters und ARD bereits am späten Mittwochabend mit einer grundsätzlichen Einigung. Bundeskanzler Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder, SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas und SPD-Finanzminister Lars Klingbeil wollten die Ergebnisse am Donnerstag um 9.00 Uhr der Öffentlichkeit präsentieren. Wie das Handelsblatt zuerst berichtete, einigten sich die vier Parteispitzen kurz vor Mitternacht auf das milliardenschwere Vorhaben.

Im Zentrum steht eine Einkommensteuerreform, die zum 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Finanzminister Lars Klingbeil hatte den Koalitionsspitzen zwei Varianten als Verhandlungsgrundlage vorgelegt: eine kleinere Entlastung im Volumen von rund zehn Milliarden Euro sowie ein größeres Modell mit etwa 25 Milliarden Euro. Konkrete Details wurden zunächst nicht veröffentlicht. Nach Angaben der Koalition sollen vor allem kleine und mittlere Einkommen zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto monatlich profitieren.