Der neuseeländische Schauspieler Sam Neill ist im Alter von 78 Jahren in Sydney gestorben, wie seine Familie über das Nachrichtenportal „10 News" bekannt gab.
Die Familie des Schauspielers erklärte, Sam Neill sei „im Kreise seiner Familie und verstarb mit der Würde, die sein ganzes Leben geprägt hat". Die Nachricht vom plötzlichen Tod löste in der internationalen Filmwelt Bestürzung aus. Neill hatte über mehrere Jahrzehnte hinweg in Dutzenden Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.
Herkunft und frühes Leben
Sam Neill wurde 1947 in Nordirland als Sohn einer englischen Mutter und eines neuseeländischen Vaters geboren. Sein vollständiger Geburtsname lautete Sir Nigel John Dermot Neill. Den Vornamen „Sam" wählte er in seiner Schulzeit, weil es zu viele andere Jungen mit dem Namen Nigel gab. 1954 zog die Familie nach Christchurch in Neuseeland, wo er später an der Canterbury University und der Victoria University studierte.
Sein Filmdebüt gab Sam Neill im Jahr 1971 in „The City of No.". Den künstlerischen Durchbruch schaffte er 1977 mit dem Film „Sleeping Dogs", woraufhin er nach Australien übersiedelte. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1979 an der Seite von Judy Davis in „My Brilliant Career".
Der Durchbruch mit „Jurassic Park"
Weltweite Berühmtheit erlangte Sam Neill 1993 durch seine Darstellung des Paläontologen Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs Blockbuster „Jurassic Park". Die Rolle machte ihn zu einem der bekanntesten neuseeländischen Schauspieler überhaupt. Er kehrte in dieser Rolle in den Fortsetzungen „The Lost World: Jurassic Park" (1997) und „Jurassic Park III" (2001) zurück.
Neben seiner Kinokarriere arbeitete Neill auch regelmäßig für das Fernsehen. Unter anderem war er in der britischen Erfolgsserie „Peaky Blinders" zu sehen. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet und galt als einer der vielseitigsten Charakterdarsteller seiner Generation.
Krebserkrankung und Memoiren
Im März 2023 hatte Sam Neill öffentlich gemacht, dass bei ihm ein angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom diagnostiziert worden war, eine aggressive Form des Blutkrebses im Stadium drei. Zum Zeitpunkt seiner Bekanntgabe befand sich der Krebs in Remission, doch Neill erklärte, er müsse weiterhin monatlich zur Chemotherapie. Die Behandlung hatte bereits etwa ein Jahr zuvor begonnen.
Im selben Jahr veröffentlichte der Schauspieler seine Memoiren mit dem Titel „Did I Ever Tell You this?". In dem Buch setzte er sich auch mit seiner Krebserkrankung auseinander und gab Einblicke in sein Leben vor und hinter der Kamera. Das Werk wurde international beachtet und erreichte ein breites Publikum.
Abschied in Sydney
Die Familie erklärte, der Verlust sei „plötzlich und unerwartet, aber gesegnet von der Tatsache, dass Sam krebsfrei blieb". Sie dankte ausdrücklich dem Personal des St Vincent's Private Hospital in Sydney für die „unglaubliche Fürsorge", die Neill dort zuteilwurde. Neill war in den letzten Lebensjahren in Australien ansässig.
Sam Neill hinterlässt vier Kinder und acht Enkelkinder. Über sein Privatleben hatte der Schauspieler stets nur zurückhaltend gesprochen. In Interviews bezeichnete er seine Familie wiederholt als wichtigsten Bezugspunkt.
Die Todesnachricht wurde unter anderem vom Portal „10 News" verbreitet. Kolleginnen und Kollegen aus der Filmbranche reagierten mit Bestürzung und würdigten Neills langjähriges Wirken. Auch Fans weltweit bekundeten ihre Trauer in den sozialen Medien.
Karriere zwischen Neuseeland und Hollywood
Neill galt als Brückenbauer zwischen der neuseeländischen und australischen Filmszene und der internationalen Hollywood-Produktion. Er arbeitete mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Jane Campion und Steven Spielberg zusammen und prägte mit seinen Rollen das Bild des vielseitigen Antihelden.
Sein Tod bedeutet das Ende einer der bemerkenswertesten Schauspielkarrieren, die aus Neuseeland hervorgegangen sind. Sam Neill wird als prägende Figur des Kinos der letzten fünf Jahrzehnte in Erinnerung bleiben – vom neuseeländischen Independent-Film bis zum weltweiten Blockbuster.
Seine Rolle als Dr. Alan Grant hatte Generationen von Kinogängern geprägt. In „Jurassic Park" verkörperte er den zunächst widerwilligen, dann mutigen Paläontologen, der sich den Dinosauriern stellt. Der Film avancierte zu einem der einflussreichsten Werke der Filmgeschichte.
Mit „The Lost World: Jurassic Park" und „Jurassic Park III" trug Neill maßgeblich zum Ausbau des Franchise bei. Auch außerhalb der „Jurassic Park"-Reihe war er in zahlreichen weiteren internationalen Produktionen zu sehen, darunter „The Piano" von Jane Campion.
