Die ungarische Schach-Großmeisterin Judit Polgár hat den Vorschlag von Premierminister Péter Magyar zurückgewiesen, als unabhängige Kandidatin für das Amt des ungarischen Staatsoberhaupts anzutreten.

Die 49-jährige Judit Polgär, die in Budapest lebt, erklärte ihre Ablehnung am späten Sonntagabend über Facebook. Darin schrieb sie, sie habe nicht das Gefühl, die Kraft zu haben, diese historische Verantwortung zu übernehmen. Wörtlich erklärte sie: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Kraft habe, die historische Verantwortung für die Vereinigung einer gespaltenen Nation zu übernehmen.“ Darüber hinaus kündigte sie an, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, „um einen neuen, unabhängigen und angesehenen Präsidenten der Republik bei der Verwirklichung dieser Ziele zu unterstützen.“

Magyars Vorstoß und die schnelle Absage

Premierminister Magyar hatte Polgár am späten Sonntagabend als Kandidatin für das Präsidentenamt ins Spiel gebracht, nur einen Tag nachdem sie einer öffentlichen Konsultation in dieser Frage zugestimmt hatte. In einem Facebook-Beitrag hatte der Premier hervorgehoben, dass Polgárs Erfolg und Anerkennung nicht der Politik, sondern allein ihrem außergewöhnlichen Talent zu verdanken seien. Magyar betonte zudem, sein Land brauche Einheit, Frieden und einen Präsidenten, „auf den alle Ungarn stolz sein können“.