Die Veröffentlichung eines mutmaßlich vertraulichen Gesprächsprotokolls hat in der Wiener ÖVP eine Führungskrise ausgelöst und stellt die Zukunft von Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck infrage, während ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker Konsequenzen fordert.

Die „Krone" und das Nachrichtenmagazin „profil" hatten am vergangenen Freitag Auszüge aus einem Gesprächsprotokoll veröffentlicht, das Aussagen Rucks aus einer vertrauten Runde wiedergeben soll. Darin wird der Wirtschaftskammer-Präsident mit despektierlichen Äußerungen über eine Funktionärin zitiert, die 2025 zugunsten eines Sohns von Ruck auf eine Kandidatur bei der Wien-Wahl verzichtet hatte. Ruck soll demnach wörtlich gesagt haben: „Die Margarete [...] hat einen Befehl bekommen, sie hat salutiert und hat gesagt: Okay, ich verzichte." Und weiter: „Und hat meinen Sohn vorgeschlagen und hat für ihn gekämpft." Die Betroffene selbst, die Döblinger ÖVP-Politikerin Margarete Kriz-Zwittkovits, bestritt in einer über den Wirtschaftsbund verbreiteten Aussendung, jemals von Ruck in dieser Angelegenheit angesprochen worden zu sein.