Ronaldos letzte WM: Tränen in Dallas nach dem Aus gegen Spanien
Dallas, 07. Juli 2026
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Kurzfassung
Cristiano Ronaldo hat mit Portugal im Achtelfinale der WM 2026 in Dallas 0:1 gegen Spanien verloren und seine letzte Weltmeisterschaft ohne Titel beendet. Nach dem Schlusspfiff weinte der 41-Jährige auf dem Rasen und wurde vom 18-jährigen Lamine Yamal getröstet.
Cristiano Ronaldos WM-Karriere ist nach einer 0:1-Niederlage Portugals gegen Spanien im Achtelfinale der WM 2026 in Dallas zu Ende gegangen, der 41-jährige Kapitän verließ den Rasen unter Tränen.
Es war die 27. und letzte WM-Partie im Leben eines Ausnahmespielers. Nach dem Schlusspfiff im ausverkauften Stadion in Dallas, in dem mehr als 70.000 Zuschauer das Duell der iberischen Rivalen verfolgt hatten, stand Cristiano Ronaldo mit hängenden Schultern auf dem Rasen und weinte. Die portugiesische Mannschaft hatte sich gegen den amtierenden Europameister Spanien mit 0:1 (0:0) geschlagen geben müssen, das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit durch Merino, der in der 91. Minute eingewechselt worden war. Spanien zog damit als fünftes Team ins Viertelfinale ein und beendete zugleich Ronaldos Traum vom einzigen großen Titel, der ihm in seiner Karriere noch fehlt.
Schon vor dem Anpfiff hatte Ronaldo betont, er fühle sich von Kritikern seit 23 Jahren bekämpft. Nach dem Spiel rang er sichtlich um Fassung. Als der spanische Trainer Roberto Martínez – zugleich der scheidende portugiesische Nationalcoach – auf ihn zukam, umarmte er seinen Kapitän kurz. Ronaldo wandte sich daraufhin tränenabgewandt ab und ging Richtung Kabine. Das portugiesische Sportblatt "O Jogo" berichtete, der 41-Jährige habe sich unter Tränen bei den Fans bedankt und sichtlich bewegt die Umkleide aufgesucht. Sein spanischer Gegenüber Lamine Yamal, 23 Jahre jünger als Ronaldo und bereits Europameister, tröstete den Portugiesen nach dem Schlusspfiff mit einer kurzen Geste. Die Zeitung "A Bola" schrieb, Ronaldo habe seinen "letzten Tanz" bei einer Weltmeisterschaft unter Tränen beendet und am Ende der Partie keine Rührung verborgen.
Eine Niederlage mit Symbolkraft
Die Bilanz dieser WM bleibt für Ronaldo überschaubar. Drei Tore stehen für ihn zu Buche: zwei gegen Usbekistan und ein verwandelter Elfmeter gegen Kroatien. Damit war er der erste Spieler überhaupt, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften traf – insgesamt elf Tore in 27 WM-Spielen verteilen sich auf seine Turnierhistorie. Im entscheidenden Spiel gegen Spanien blieb er blass. Mit nur 19 Ballkontakten war er der am wenigsten am Spiel beteiligte Akteur auf dem Platz, im zweiten Durchgang wirkte er physisch erschöpft. Trainer Martínez verzichtete darauf, ihn auszuwechseln, obwohl mit Gonçalo Ramos ein weiterer Stürmer auf der Bank saß.
Schon vor dem Turnier hatte die Diskussion um Ronaldos Rolle die Schlagzeilen bestimmt. Der frühere schwedische Star Zlatan Ibrahimović, als Experte für Fox Sports tätig, kritisierte Ronaldos Nominierung in Portugals Startelf scharf. Ronaldos Ego nehme "das Team in Geiselhaft", sagte Ibrahimović, "mittlerweile trägt ihn seine Ausstrahlung mehr als seine Beine". Die Aufnahme des 41-Jährigen in die Startelf bezeichnete er als "von Nostalgie getriebenen Wahnsinn". Auch Jan Åge Fjørtoft hatte Ronaldo bei Servus TV zuletzt mit Elvis in Las Vegas verglichen.
Ibrahimovićs Kritik und die Debatte um die Nominierung
Ronaldo selbst wirkte nach der Partie gefasster, als viele Beobachter erwartet hatten. "Traurig sei er, die Weltmeisterschaft so verlassen zu müssen", sagte er: "Aber so ist Fußball. So ist das Leben eines Fußballers." Eine andere Aussage lautete wörtlich: "So ist das Leben eines Fußballers. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und man muss weitermachen." Er wolle "einen kühlen Kopf bewahren, ruhig bleiben und dann die beste Entscheidung treffen" – nach Rücksprache mit "den Menschen, die mich lieben". Er bestätigte zugleich: "Es war meine letzte Weltmeisterschaft, ja." Ob er seine Karriere in der portugiesischen Nationalmannschaft fortsetzt, ließ er ausdrücklich offen. Es gebe "keinen Grund, jetzt schon darüber nachzudenken. Wir werden sehen."
Dabei kann Ronaldo auf eine außergewöhnliche Bilanz mit der Seleção verweisen. 233 Länderspiele hat er absolviert, 146 Tore erzielt – Rekordwerte im Weltfußball. Drei Titel hat er mit Portugal gewonnen: die Europameisterschaft 2016, die Nations League 2019 und die Nations League 2025. Beim EM-Triumph 2016 in Frankreich hatte er sich allerdings früh im Finale verletzt und von der Seite aus mit ansehen müssen, wie Éder in der Verlängerung traf. Ronaldo wiegelte ab: Der Triumph bei der EM vor zehn Jahren habe für ihn "die gleiche Bedeutung" wie der bei einer Weltmeisterschaft, sagte er. Und fügte in einem Interview an: "Der hat für mich denselben Wert wie die Weltmeisterschaft."
Drei Titel, aber kein WM-Pokal
Zugleich verwahrte er sich gegen Vereinfachungen seiner Vita. Er habe sein Bestes gegeben und drei Titel mit Portugal gewonnen – "vor Cristiano Ronaldo waren es null Titel", sagte er. Und: "Ich habe drei Titel für Portugal gewonnen. Vor Cristiano Ronaldo hat Portugal keinen einzigen Titel gewonnen." Auf die Frage nach seinem sportlichen Vermächtnis antwortete er: "Gott hat mich reich beschenkt." Er brauche den WM-Titel nicht, um glücklich zu sein, und könne das Kapitel Weltmeisterschaften mit "gutem Gewissen" abschließen. Gleichzeitig räumte er selbstkritisch ein: "Ich weiß, dass ich nicht mehr derselbe Spieler bin wie früher. Aber eines hat sich nicht verändert: Ich kann immer noch Tore schießen."
Auch abseits des Platzes sorgen Ronaldos Äußerungen weiter für Diskussionen. So hatte er im Vorfeld behauptet, die saudische Profiliga sei qualitativ stärker als die französische Ligue 1 – eine Aussage, die in Europa Kopfschütteln auslöste. Der fünffache Weltfußballer (Ballon d'Or) wird auch in der kommenden Saison für Al-Nassr in Saudi-Arabien spielen, sein Vertrag dort läuft bis zum 30. Juni 2027. Eine endgültige Entscheidung über einen möglichen Wechsel oder das Karriereende steht aus. Die Zeitung "A Bola" etwa schrieb in einem Kommentar: "Cristiano Ronaldo: Wir wollen dich nicht 'umbringen', aber jetzt reicht's."
Hinter den Kulissen wird unterdessen bereits über die Zukunft der Seleção gesprochen. Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez, ein 52-jähriger Spanier, bestätigte nach der Niederlage das Ende seiner Amtszeit. Er habe den Job mit dem Ziel übernommen, mit Portugal Weltmeister zu werden, sagte er. Da er dieses Ziel verfehlt habe, ziehe er nun die Konsequenzen. Zum Spielverlauf meinte er: "Es war ein ausgeglichenes Spiel, und wir hätten zumindest die Verlängerung verdient gehabt, aber so ist nun einmal der Fußball." Die Zukunft Ronaldos in der Nationalmannschaft soll sein Nachfolger entscheiden – Medienberichten zufolge soll Jorge Jesus, ehemaliger Coach von Al-Nassr, auf Martínez folgen.
Martínez' Abschied und die offene Trainerfrage
Ronaldos Karriere in Zahlen liest sich wie die eines Fußballgiganten: geboren auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira, als Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, ausgebildet bei Sporting Lissabon, dann Weltstar bei Manchester United, Real Madrid und Juventus, fünfmaliger Weltfußballer, dominanter Torschütze in der Champions League. Sein bestes WM-Ergebnis bleibt der Halbfinaleinzug 2006 in Deutschland bei seiner ersten Teilnahme – danach war bei Weltmeisterschaften stets spätestens im Achtelfinale Schluss. 2004, mit 19 Jahren, hatte er bei der Heim-EM in Portugal mitgewirkt und im Gruppenphase-Spiel gegen Spanien getroffen.
Der Blick auf die Generationenfrage drängt sich auf. Während Ronaldo mit 41 Jahren sein letztes WM-Spiel bestritt, steht mit Lamine Yamal ein 18-Jähriger bereit, der laut "Blick" bereits Europameister ist und noch Chancen auf den WM-Titel hat. Yamals Trost für Ronaldo war symbolisch: Ein junger Spanier tröstet einen alten portugiesischen Weltstar nach dessen letztem großen Auftritt. Auch Lionel Messi, zwei Jahre jünger als Ronaldo, hatte Argentinien 2022 zum Weltmeistertitel geführt – ein Triumph, der Ronaldos Lebenswerk aus portugiesischer Sicht ergänzt, aber nicht ersetzt.
Der Generationenwechsel an der Weltspitze
Was bleibt, ist die Bilanz eines Spielers, der den Fußball über zwei Jahrzehnte geprägt hat. Mit 233 Länderspielen und 146 Toren für Portugal, mit elf WM-Treffern in sechs Turnieren, mit fünf Ballon-d'Or-Titeln und unzähligen Vereinsrekorden. Ein Titel mit der Seleção bei einer Weltmeisterschaft war ihm nicht vergönnt. Doch Ronaldo selbst fasste es so: "Ich habe mein Bestes gegeben, drei Titel mit Portugal gewonnen – vor Cristiano Ronaldo waren es null Titel." Am Ende seines letzten WM-Spiels in Dallas weinte er kurz, richtete sich dann auf und ging – wie er es selbst formulierte – weiter.
(Philip Bauer, 7.7.2026)
Fragen & Antworten
Wie hat Cristiano Ronaldo auf das WM-Aus gegen Spanien reagiert?
Nach dem 0:1 im Achtelfinale in Dallas weinte der 41-jährige Kapitän auf dem Rasen, wandte sich tränenabgewandt von Nationaltrainer Roberto Martínez ab und bedankte sich laut der portugiesischen Zeitung "O Jogo" unter Tränen bei den Fans, bevor er in die Kabine ging.
Welche Bilanz hat Ronaldo bei Weltmeisterschaften vorzuweisen?
Ronaldo bestritt 27 WM-Spiele bei sechs Turnieren und erzielte dabei elf Tore, darunter drei beim Turnier 2026 in Nordamerika. Sein bestes Ergebnis blieb das Halbfinale 2006 in Deutschland.
Wer soll nach Roberto Martínez Portugals Nationaltrainer werden?
Medienberichten zufolge soll Jorge Jesus, der Ronaldo bis Juni 2025 bei Al-Nassr betreut hatte, auf den 52-jährigen Spanier Martínez folgen, der nach dem Achtelfinal-Aus seinen Rücktritt erklärte.
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