Die römische Staatsanwaltschaft hat Israels Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir im Zusammenhang mit der Festnahme von Aktivisten der Sumud-Flottilla als Beschuldigten in ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Folter und Entführung aufgenommen.

Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, ermittelt die italienische Justiz gegen Ben Gvir. Die Justiz gehe dem Verdacht auf Folter und Entführung italienischer Staatsbürger nach. Bereits seit Wochen ließen die römischen Staatsanwälte ein Ermittlungsverfahren führen, in dem unter anderem die Tatbestände Folter und Freiheitsberaubung geprüft werden, wie aus den Unterlagen der Procura di Roma hervorgeht.

Hintergrund: Das Video aus Aschdod

Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Video, das Ben Gvir selbst über seine Social-Media-Profile veröffentlicht hatte. Darin ist zu sehen, wie er kniende Aktivisten mit auf dem Rücken gefesselten Händen im Hafen von Aschdod verhöhnt. Videoaufnahmen, auf denen die Aktivisten kniend und gefesselt von Ben-Gvir beschimpft werden, lösten international Kritik aus. Die italienische Präsident Sergio Mattarella sprach von einem «Trattamento incivile per gli attivisti, che tocca un livello infimo».