Bei der Parlamentswahl in Armenien hat Ministerpräsident Nikol Paschinjan am Sonntag seine Partei Zivilvertrag ins Rennen um eine dritte Amtszeit geschickt, während Russland mit Wirtschaftsdruck und prorussischen Oppositionsblöcken gegen den prowestlichen Kurs der Regierung in Eriwan mobilmacht.

Die Republik im Südkaukasus, die traditionell enge Beziehungen zu Russland pflegt, steht an einem Wendepunkt: Rund 2,5 Millionen Armenier sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Der Ausgang der Abstimmung gilt als richtungsweisend, denn er entscheidet darüber, ob das Land seinen Annäherungskurs an die Europäische Union fortsetzt oder sich stärker an Moskau anlehnt. Ministerpräsident Nikol Paschinjan strebt mit seiner Partei Zivilvertrag eine dritte Amtszeit an.

Noch im April hatte Kremlchef Wladimir Putin den armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan in Moskau empfangen. Bei dem Treffen äußerte sich der russische Präsident ungehalten über den prowestlichen Kurs Eriwans. Putin kritisierte, dass sich Armenien offiziell dem Ziel eines EU-Beitritts verschrieben habe, obwohl es Mitglied in der von Moskau dominierten Wirtschaftsunion EAWU sei.