Wladimir Putin hat am Rande des Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg ausländischen Nachrichtenagenturen gegenüber seine Forderung nach vollständiger russischer Kontrolle der Regionen Donezk und Luhansk als Vorbedingung für ein Friedensabkommen mit der Ukraine erneuert.
Putin begründete seine Maximalforderung mit den angeblich stetigen Gebietsgewinnen der russischen Streitkräfte. Er erklärte, Russland greife auf ganzer Front an und verwies auf eine von ihm genannte Zahl von 2.440 Quadratkilometern eingenommenen Territoriums. Diese Angabe liegt deutlich über den Schätzungen, die aus Kiew genannt werden.
Nach Berechnungen regierungsnaher ukrainischer Militärbeobachter hat die russische Armee seit Jahresbeginn allerdings nur knapp 700 Quadratkilometer unter ihre Kontrolle gebracht, wobei das Tempo der Geländegewinne zuletzt nachgelassen habe. Die Diskrepanz zwischen den russischen und ukrainischen Angaben zu erobertem Territorium ist damit erheblich.
