Vor dem Landesgericht St. Pölten ist am Dienstag der Prozess gegen zwei Brüder im Alter von 20 und 23 Jahren fortgesetzt worden, denen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und einer kriminellen Organisation im Zusammenhang mit angeblichen Anschlagsplänen auf die Vienna Pride 2023 zur Last gelegt wird.

Im Zentrum des Verfahrens steht nach Angaben der Anklage eine Telegram-Gruppe mit dem Namen "psychology1444", in der die beiden Brüder, ihr 16-jähriger Bruder sowie ein Ukrainer Anschlagspläne erörtert haben sollen. Der Erstangeklagte und sein älterer Bruder sind österreichische Staatsbürger; der dritte Bruder war bereits am ersten Prozesstag Mitte Juli 2025 rechtskräftig zu sechs Monaten bedingt verurteilt worden, weil er sich der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation schuldig bekannt hatte.

Am vergangenen Donnerstag war die Verhandlung mit Zeugenbefragungen fortgesetzt worden. Am Dienstag kam zunächst ein Sachverständiger zu Wort, anschließend wurde die Verhandlung vorerst unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt. Schon am 5. August des Vorjahres war die Verhandlung zur Einholung eines IT-Gutachtens auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Möglicherweise werden am Dienstag weitere Urteile fallen.

Stand der Beweisaufnahme

Laut Anklageschrift plante der Erstangeklagte, in der Tschechischen Republik ein Sturmgewehr der Marke AK-47 und ein großes Messer für einen Terroranschlag zu erwerben und einen Anschlag auf die am 17. Juni 2023 in Wien stattfindende LGBTQ-Pride zu verüben. Er und sein 23-jähriger Bruder sollen zudem den zu einem Selbstmordattentat bereiten Ukrainer wiederholt in dessen Absichten bestärkt und zur Tatumsetzung gedrängt haben. Der Ukrainer habe im Chat angekündigt, sich als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen zu wollen.