Vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Hamburg beginnt am 6. Oktober 2026 der Prozess gegen den ukrainischen Beschuldigten Serhij K. im Zusammenhang mit der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines.

Anklage und Verfahrensgang

Der Prozess markiert den ersten Strafprozess in Deutschland zu den Anschlägen auf die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die im September 2022 nahe der dänischen Insel Bornholm in der Nordsee detoniert waren. Die Bundesanwaltschaft hatte im August 2024 Anklage gegen den Beschuldigten erhoben; der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof sieht ihn als Mittäter einer Gruppe, die die Sabotage geplant und ausgeführt haben soll.

Nach vorläufiger Bewertung des vorbereitenden Verfahrens gilt der Angeklagte als hinreichend verdächtig, sich des Kriegsverbrechens des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch Angriff gegen zivile Objekte, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung von Bauwerken sowie der Störung öffentlicher Betriebe als Mittäter schuldig gemacht zu haben. Das geht aus einer Mitteilung des Oberlandesgerichts Hamburg hervor, die eine Sprecherin des Staatsschutzsenats übermittelte.