Tirana, 05 Juni 2026
Tausende Albanerinnen und Albaner protestieren seit fast einer Woche vor dem Büro von Ministerpräsident Edi Rama in Tirana gegen ein geplantes Luxusprojekt von Jared Kushner auf der Insel Sazan.
Hintergrund: Sazan – von der Sperrzone zum Luxusprojekt
Die Demonstrantinnen und Demonstranten tragen Schilder mit Aufschriften wie „Die Nation steht nicht zum Verkauf“, „Ich will Albanien nicht wie Dubai“ und „Ivanka – geh nach Hause“. Ein weiteres Schild richtete sich direkt gegen den geplanten Standort: „Vlora gehört Albanien! Nicht der Mafia, nicht der Oligarchie.“ Die Proteste richten sich gegen das Vorhaben der Firma Atlantic Incubation Partners, die dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump gehört und der die albanische Regierung den Status eines „strategischen Investors“ eingeräumt hat.
Die unbewohnte Insel Sazan liegt vor der Küste von Vlora, wo Adriatisches und Ionisches Meer zusammentreffen, und ist rund 5,7 Quadratkilometer groß. Sie war früher eine Sperrzone: Zunächst nutzte Italien die Insel als Außenposten, später diente sie im kommunistischen Albanien als U-Boot-Stützpunkt und Bunkerinsel. Die umliegende Zone des Karaburun-Sazan-Meeresparks beherbergt seltene Pflanzenarten. Nach den Plänen der Regierung soll Sazan zu einem glamourösen Touristenziel umgebaut werden, mit Luxushotels im geschützten Vjosa-Narta-Gebiet an der südadriatischen Küste.
