Ein zunächst friedlicher Protest mehrerer Tausend Menschen gegen den G7-Gipfel im französischen Évian ist am Sonntag in Genf eskaliert, als vermummte Randalierer Pflastersteine rissen, Scheiben einwarfen und ein Auto in Brand setzten.
Gipfel in Évian, Protest in Genf
Das G7-Treffen der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in Évian auf der französischen Uferseite des Genfersees. Da Frankreich zu dem Anlass keine Demonstration dulden wollte, verlagerte sich der Protest auf die Schweizer Seite, wie die Genfer Regierung kritisierte. Genf liegt rund 50 Kilometer vom Gipfelort entfernt; die Stadt ist wie eine Enklave auf französischem Gebiet.
Zur Kundgebung aufgerufen hatte die «No-G7»-Koalition, ein Zusammenschluss von rund 60 Organisationen. Die Polizei sprach von mindestens 20.000 Teilnehmenden, die Organisatoren von Zehntausenden. Die «No-G7»-Koalition aus 60 Organisationen protestierte laut einem Manifest gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten. Das sei eine «illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht». Dort fällten «Grossmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung».
