Tausende Menschen haben am Sonntag in Genf unter dem Motto „No G7" gegen den G7-Gipfel im nahe gelegenen Évian demonstriert; die zunächst friedliche Kundgebung mündete am späten Nachmittag in gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei.

Der Protestmarsch war von einem Bündnis aus rund 60 Organisationen unter dem Motto „No G7" organisiert worden. Nach Angaben des Nachrichtenagentur Keystone-SDA versammelten sich am Nachmittag mehrere tausend Menschen in einem Park am Genfer See, darunter Umweltschützer, Feministinnen, Aktivisten für die Rechte von Palästinensern, Kurdinnen und Kurden sowie ein sogenannter „revolutionärer Block". An der Spitze des Zuges wurde nach Berichten ein Transparent mit der Aufschrift „Antifaschistische, antiimperialistische Antwort – No G7" getragen.

Ein breites Bündnis mit klarer Botschaft

Die Organisatoren warben für ihre Sache mit scharfer Kritik an den sieben führenden Industrienationen. Im Aufruf der No-G7-Koalition heißt es, dass dort „Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung" träfen. Die G7 sei eine „illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht". Demonstriert wurde unter anderem gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, eine grenzenlose Bewegungsfreiheit für Arbeitnehmer weltweit und die Streichung der Geschlechtsangabe aus Ausweisdokumenten.