Eine Bewerberin um die Funktion des Kammeramtsdirektors der Landwirtschaftskammer Salzburg hat Anzeige wegen des Verdachts auf Postenschacher erstattet, während die Kammer die Vorwürfe zurückweist.
Sabine Schuster, 39, hatte sich im Frühjahr 2025 um die Nachfolge des damaligen Kammeramtsdirektors Nikolaus Lienbacher beworben, der den Posten zuvor 27 Jahre innehatte. Im Hearing-Verfahren sei ihr nach eigener Darstellung nachträglich ein Punkt gestrichen worden, wodurch sie hinter den letztlich ausgewählten Bewerber Franz Wieser zurückgefallen sei. Bei Punktegleichstand hätte laut Bundesgleichbehandlungsgesetz die Frau zum Zug kommen müssen, sagt Schuster.
Punktegleichstand und nachträgliche Streichung
"Ich habe als Protokollführer wahrgenommen, dass es zwischen der weiblichen Kandidatin und jenem Kandidaten, der nun die Stelle des Kammeramtsdirektors erhalten hat, einen Punktegleichstand gegeben hat", zitiert das Nachrichtenmagazin profil einen Teilnehmer. Ein weiterer Hearing-Teilnehmer, Franz Moser, war nach Angaben aus dem Frühjahr 2025 als Vertreter des Landes entsandt, in seiner Funktion als Abteilungsleiter des Landes. Schuster sagt gegenüber profil: "Und damit man diese Situation verhindert, hat man mir kurzerhand einen Punkt weggenommen."
