Portugal nach 2:1 gegen Kroatien im Viertelfinale - Ronaldo trifft im Alter von 41 Jahren, Gvardiols Ausgleichstor zählt wegen Chip-Technologie nicht
Toronto, 03. Juli 2026
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Kurzfassung
Portugal hat im Achtelfinale der Fußball-WM 2026 Kroatien mit 2:1 besiegt und trifft im Viertelfinale auf Spanien. Ein Ausgleichstor von Josko Gvardiol in der 13. Minute der Nachspielzeit wurde nach Chip-Daten im Ball wegen Abseits aberkannt, Cristiano Ronaldo avancierte mit 41 Jahren zum ältesten WM-Torschützen einer K.o.-Runde.
Portugal hat im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Kroatien in Toronto mit 2:1 (0:0) besiegt und ist damit ins Viertelfinale eingezogen, wo am Montag in Dallas das Duell mit Spanien wartet.
Vor 43.036 Zuschauern entwickelte sich zwischen Portugal und Kroatien ein hochklassiges Achtelfinale mit einer dramatischen Schlussphase. Cristiano Ronaldo, mit 41 Jahren ältester Feldspieler seiner Mannschaft, avancierte zum Matchwinner, ohne zunächst zu glänzen. Gonçalo Ramos, in der 64. Minute eingewechselt, erzielte in der Nachspielzeit per Kopfball den entscheidenden Treffer.
Erste Halbzeit: Portugal dominiert, trifft aber nicht
Die erste Hälfte gehörte klar den Portugiesen, die rund 70 Prozent Ballbesitz hatten. Bruno Fernandes (4. und 33. Minute) sowie Renato Veiga (16.) und Rafael Leão (58., Latte) vergaben jedoch hochkarätige Chancen. Auch Dominik Livaković im kroatischen Tor war mehrfach gefordert. So ging es mit einem torlosen Remis in die Kabine.
Kaltschnäuziger Konter: Perišić bringt Kroatien in Führung
Nur drei Minuten nach dem Seitenwechsel schlugen dann die Kroaten eiskalt zu. Nachdem die portugiesische Defensive den Ball nicht hatte klären können, brachte Josip Stanišić den Ball von außen flach in die Mitte, und Ivan Perisic, der 37-jährige Routinier, vollendete per Direktabnahme ins lange Eck. Es war das erste Turniertor des früheren Bundesliga- und Inter-Profis.
Die Partie wurde nun offener. Mateo Kovacic (48. und 75.) zwang Portugals Keeper Diogo Costa zu zwei Glanzparaden, doch das 1:0 der Kroaten hatte nur wenige Minuten Bestand. In der 68. Minute zeigte der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas nach einem Foul von Nikola Vlašić an Renato Veiga zunächst nicht auf den Elfmeterpunkt, entschied dann aber nach Ansicht der Videobilder auf Strafstoß. Cristiano Ronaldo trat an und verwandelte sicher - für den fünfmaligen Weltfußballer war es sein drittes Turniertor und sein erstes überhaupt in einer WM-K.o.-Runde.
Ronaldo per Elfmeter - Erster WM-K.o.-Treffer für den Superstar
Mit dem 1:1 wogte das Spiel hin und her. Roberto Martínez, Trainer der Portugiesen, wechselte in der Schlussphase offensiv: Gonçalo Ramos und Rafael Leão kamen, und in der 81. Minute wurde Ronaldo unter standing ovations ausgewechselt - beim Stand von 1:1. Auf kroatischer Seite wurde in der 80. Minute ein Treffer von Petar Sucic wegen Abseits zurückgenommen.
Dann die entscheidende Szene: In der vierten Minute der Nachspielzeit flankte Rafael Leão präzise von links, und der eingewechselte Gonçalo Ramos köpfte den Ball zum 2:1 ins Netz. Für den zweimaligen Champions-League-Sieger mit Paris Saint-Germain war es nach eigenen Worten genau der Moment, für den er auf den Platz kam. Wenig später schlug die Stunde der Technologie: Nach einer Flanke von der rechten Seite stand Joško Gvardiol goldrichtig und bugsierte den Ball in der 13. Minute der Nachspielzeit über die Linie. Doch VAR-Official Dennis Higler aus den Niederlanden griff ein.
Die anschließende minutenlange Überprüfung förderte eine bislang kaum für möglich gehaltene Präzision zutage: Der offizielle Spielball "Trionda" enthält einen Chip mit IMU-Sensoren, der jede Berührung des Balles inklusive Berührungsdauer und -stärke aufzeichnet. Den Daten zufolge hatte Kroatiens Igor Matanović bei der Hereingabe den Ball noch minimal - maximal mit den Haarspitzen - per Kopf touchiert. Da Mitspieler Mario Pašalić zu diesem Zeitpunkt in einer Abseitsposition stand, wurde Gvardiols Treffer wegen Abseits aberkannt. FIFA bestätigte die Entscheidung im Nachhinein als korrekt. Ein herkömmlicher Torjubel - und seine Annullierung per Video.
Der Ball-Chip als Schiedsrichter: Gvardiols Ausgleich zählt nicht
Nach dem Schlusspfiff kam es zur emotionalen Szene des Abends: Cristiano Ronaldo und Luka Modrić, sechs Jahre lang Mannschaftskollegen bei Real Madrid und am Donnerstag die ältesten Akteure auf dem Rasen, umarmten sich kurz auf dem Platz. Modrić, mit 40 Jahren nur ein Jahr jünger als sein portugiesischer Gegenpart, beendete damit seine fünfte und vermutlich letzte WM. Kroatien, 2018 Vize- und 2022 Dritter, schied in der Runde der besten 16 aus. Für Modrić war es das 202. Länderspiel.
Für Ronaldo war der Abend auch ein Rekordabend: Mit 41 Jahren ist er nun der älteste Torschütze in einer WM-K.o.-Phase überhaupt. Den bisherigen Rekord hielt sein portugiesischer Landsmann Pepe, der 2022 im Alter von 39 Jahren gegen die Schweiz getroffen hatte. In der ewigen WM-Länderspielstatistik zog Ronaldo mit seinem 26. Einsatz an die zweite Stelle hinter Lionel Messi (29).
Streit um den VAR: Dalic empört, Martinez verteidigt die Technik
Die Trainer beider Teams lieferten sich nach dem Spiel einen Schlagabtausch zum Thema Technologie. Kroatiens Coach Zlatko Dalić zeigte sich verärgert und sprach von einer Tötung der Emotionen: "Man denkt, man hat getroffen und man freut sich - und dann kommt der VAR. Es tut mir leid, dass sie so traurig zu Ende gegangen ist." Auch Modrić schlug in dieselbe Kerbe und erklärte: "Ich glaube, wäre es andersherum gewesen, der VAR wäre niemals eingeschritten."
Anders die Sicht von Roberto Martínez: "Das ist eines der Beispiele, das zeigt, wie Technologie dem Sport hilft. Es ist schade, dass es heute einen Verlierer geben musste, aber es war keine Fehlentscheidung." Auch Ramos sah die Einwechslungen als Schlüssel zum Erfolg: "Ich denke, die Mannschaft hat die Wechsel gut umgesetzt. Wir sind auf den Platz gekommen, um Druck zu machen und ein Tor zu erzielen - genau das war unser Plan."
Beide Trainer hielten ihre eigene Zukunft nach dem Spiel bewusst offen. Dalić, der den Schiedsrichter als "sehr schlecht" bezeichnet hatte, sprach von der mutmaßlich letzten WM des 40-jährigen Modrić und sagte: "Es war wahrscheinlich seine letzte WM. Es tut mir leid, dass sie so traurig zu Ende gegangen ist." Modrić selbst wiegelte ab: "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um über die Zukunft zu sprechen."
Ausblick: Viertelfinal-Klassiker gegen Spanien
Das Spiel fand auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod von Diogo Jota statt. Der portugiesische Stürmerstar war am 3. Juli 2025 im Alter von 29 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ronaldo hatte den verstorbenen Teamkollegen bereits vor der Partie gewürdigt und schrieb nach dem Spiel in den sozialen Medien: "Wir haben für uns, Diogo und Portugal gewonnen. Er ist eine Fußball-Legende - er ist dort oben und leuchtet auf uns herab."
Diogo Jota: Ein Jahr danach - emotionaler Sieg für Portugal
Im Viertelfinale wartet nun am Montag um 21:00 Uhr MESZ in Dallas das Duell mit dem Erzrivalen Spanien. Die Iberer hatten sich mit einem 3:0 gegen Österreich für die Runde der letzten acht qualifiziert, wobei Mikel Oyarzabal (36., 89.) und Pedro Porro (66.) trafen. Spaniens Torhüter Unai Simón stellte mit nun 519 Minuten ohne Gegentor einen neuen WM-Rekord auf und übertraf damit Walter Zenga, der 1990 in Italien 517 Minuten ohne Gegentor geblieben war. Ronaldo richtete den Blick bereits nach vorn und warnte: "Wir wissen, dass Spanien zu den Favoriten auf den WM-Titel zählt. Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir werden ab sofort noch einen Gang zulegen. Wir sind bereit."
Rafael Leão ordnete den historischen Sieg in einen größeren Rahmen ein: "Wir wollen Cristiano diesen Pokal unbedingt überreichen - das ist das Einzige, was ihm noch fehlt. Während der Vorbereitung hat er immer alles gegeben, damit er in guter Verfassung ist. Genau das hat er heute im entscheidenden Moment bewiesen."
Fragen & Antworten
Wer hat das Spiel zwischen Portugal und Kroatien entschieden?
Portugal gewann das Achtelfinale der WM 2026 in Toronto mit 2:1 gegen Kroatien. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechselte Gonçalo Ramos in der 90.+4. Minute per Kopfball; zuvor hatte Cristiano Ronaldo in der 68. Minute einen Foulelfmeter zum 1:1 verwandelt.
Warum wurde Gvardiols Ausgleichstor annulliert?
Nach minutenlanger VAR-Überprüfung entschied Schiedsrichter Espen Eskas auf Abseits, weil der im Spielball "Trionda" integrierte Chip eine minimale Ballberührung durch Igor Matanović per Kopf registriert hatte. Da Mitspieler Mario Pašalić zu diesem Zeitpunkt in einer Abseitsposition stand, wurde der Treffer zurückgenommen - FIFA bestätigte die Entscheidung später als korrekt.
Welchen Rekord stellte Cristiano Ronaldo bei diesem Spiel auf?
Mit 41 Jahren wurde Ronaldo zum ältesten Torschützen in einer WM-K.o.-Phase überhaupt und überbot damit seinen Landsmann Pepe, der 2022 im Alter von 39 Jahren gegen die Schweiz getroffen hatte. Zudem war es sein erstes WM-Tor in einer K.o.-Runde und sein 26. WM-Länderspieleinsatz, womit er in der ewigen Rangliste hinter Lionel Messi (29) auf Platz zwei liegt.
Portugal schlägt Kroatien 2:1 - WM-Achtelfinale | finanz360